Das niederländische Verteidigungsministerium und der schwedische Rüstungskonzern Saab haben eine Langzeitvereinbarung für die Lieferung von multispektralen Tarnsystemen des Typs „Barracuda“ an die niederländischen Streitkräfte geschlossen. Wie Saab in einer heutigen Mitteilung schreibt, betrifft der Erstauftrag die Ausstattung der Systeme Fennek und Panzerhaubitze 2000 des niederländischen Heeres mit dem Barracuda Mobile Camouflage System.
Der mehrjährige Vertrag enthält zudem Optionen für die künftige Ausstattung weiterer Fahrzeugtypen, heißt es in der Mitteilung. Angaben zur genauen Vertragsdauer sowie zum maximalen Vertragsvolumen wurden nicht getätigt.
Saab bietet das „Mobile Camouflage System“ (MCS) Barracuda seit 1996 an. Auch die Bundeswehr hat das System in der Vergangenheit in Kleinserien für den Kampfpanzer Leopard 2, die Panzerhaubitze 2000, den Schützenpanzer Marder, den Boxer, den Bergepanzer 3 Büffel, den Wolf sowie den Fennek eingeführt.
Künstliche Tarnmittel wie Tarnnetze oder Tarnanstriche im Verbund mit natürlichen Tarnmitteln wie Bewuchs können die visuelle Aufklärung erschweren, stoßen aber spätestens dann an ihre Grenzen, wenn die Aufklärung beispielsweise mittels Radartechnik oder Thermalkameras erfolgt.
Um die Aufklärung durch solche Systeme zu erschweren, gibt es sogenannte Multispektraltarnsysteme. Solche Netze bzw. Ausstattungen sind in der Lage, mehr als nur ein Spektrum – das visuelle – zu tarnen, wobei tarnen nicht bedeutet, dass man gänzlich unsichtbar wird, sondern vielmehr ein Zustand erreicht wird, der die Detektionsreichweite signifikant verringert.
Multispektraltarnnetze und -ausstattungen sind in der Lage, mindestens zwei, teilweise aber auch mehr, Spektren zu tarnen. So kann beispielsweise die thermische (teilweise vom Nahinfrarotbereich bis hin ins UV-Spektrum) und/oder elektromagnetische bzw. Radar-Signatur von Fahrzeugen verschleiert bzw. reduziert werden, so dass die Aufklärungsreichweite signifikant verringert wird.
Zudem hat die Nutzung des Barracuda-Tarnsystems im Rahmen des Bundeswehr-ISAF-Einsatzes in Afghanistan gezeigt, dass das Aufheizen der Fahrzeuge in der prallen Sonne mittels Tarnsystems verlangsamt wird und die Innentemperatur in den Gefechtsfahrzeugen signifikant gesenkt wird, was sich positiv auf die Einsatzfähigkeit der Besatzung auswirkt.
Waldemar Geiger
















