Polen will mit Anduril eigene Version des Barracuda-Marschflugkörpers entwickeln

Kristóf Nagy

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Der staatliche polnische Rüstungskonzern Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) hat mit dem US-Unternehmen Anduril Industries eine Absichtserklärung zur Entwicklung und Produktion von unbemannten Luftkriegsmitteln unterzeichnet. Dies gab PZG am 27. Oktober in einer Pressemitteilung bekannt. Als konkretes Projekt benannten die unterzeichneten Parteien die Entwicklung und lokale Produktion einer polnischen Version des Marschflugkörpers Barracuda.

Laut Adam Leszkiewicz, Vorstandsvorsitzender der PGZ, eröffnet die Übereinkunft den Weg für einen Technologietransfer und darauf aufbauende gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Hierdurch könne auch die zukünftigen Anforderungen der polnischen Streitkräfte abgedeckt werden, so der Manager.

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Das US-Unternehmen Anduril Industries ist noch vergleichsweise jung und wurde erst im Jahr 2017 gegründet. Unter anderem durch die Übernahme des Drohnenherstellers Area-I im Jahr 2021 verfügt das Unternehmen über die notwendige Technologie, um unbemannte Luftfahrzeuge und Loitering-Munition-Wirkmittel zu produzieren. Mit der offenkundig auch von Polen favorisierten Barracuda-Familie will Anduril nach eigenen Angaben dazu beitragen, den enormen Munitionsbedarf zukünftiger Konflikte höherer Intensität mit vergleichsweise kostengünstigen Luftkriegsmitteln zu decken. Dazu wurde dem Vernehmen nach bei der Entwicklung auf verfügbare und bereits in Einsatz befindliche Komponenten zurückgegriffen um Entwicklungs- und Beschaffungskosten zu sparen.

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Der kleinste Flugkörper der Barracuda-M-Familie ist der mit einem knapp 16 kg schweren Gefechtskopf und Sensorik ausgestattete Barracuda 100. Der Flugkörper ist nach Angaben des Herstellers sowohl für die Integration in Kampfhubschrauber, als auch für den Einsatz vom Heck der Hercules C-130 ausgelegt. Auch ein Einsatz vom Boden aus ist denkbar. Im Falle der polnischen Streitkräfte wäre hier eine Integration in die HIMARS oder Homar-K Raketenartilleriesysteme denkbar. In diesem Fall reduziert sich die Reichweite von ca. 148 km auf etwa 110 km.

Der Barracuda 250 verfügt über den gleichen Gefechtskopf und die gleiche Sensorik wie der Barracuda 100, erreicht aber beim Abschuss aus der Luft von Plattformen wie der ab dem nächsten Jahr nach Polen zulaufenden F-35 eine Reichweite von bis zu 370 km. Zudem kann der Barracuda 250 ebenfalls in Raketenartilleriesysteme und Schiffe integriert werden.

Der Barracuda 500 ist der leistungsfähigste Vertreter der Serie. Der Marschflugkörper ist in der Lage, 45 kg Nutzlast (Gefechtskopf und Sensorik) über eine Entfernung von mehr als 920 km zu transportieren. Gestartet wird der Barracuda 500 aus der Luft und könnte ebenfalls zu der zukünftigen Bewaffnung der polnischen F-35-Flotte zählen.

Die Kooperation mit PGZ ist nicht der erste große Schritt von Anduril auf den europäischen Kontinent. Bereits im Sommer wurde kommuniziert, dass der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall eine strategische Partnerschaft mit dem US-Hersteller geschlossen hat. Ziel dieser Kooperation ist ebenfalls die Weiterentwicklung und Fertigung des Barracuda-Systems sowie von Fury-Kampfdrohnen und Feststoffraketenmotoren.

Kristóf Nagy