Satellitenkommunikation: Rheinmetall kündigt Joint Venture mit OHB an

Lars Hoffmann

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall will mit den Bremer Satellitenhersteller OHB ein Joint Venture im Bereich Satellitenkommunikation gründen. Wie Rheinmetall-CEO Armin Papperger heute bei der Bilanzpressekonferenz sagte, baut sein Unternehmen gegenwärtig eine Satellitenproduktion sowohl für die SAR-Aufklärung als auch für den Kommunikationsbereich in Neuss auf. „Wir beschäftigen uns auch damit, wie werden die Raketen starten“, sagte er. Es gehe also darum, wie die Satelliten ins All verbracht werden. Hier könne es womöglich um Kooperationen gehen und um die Frage, wie das Ganze beschleunigt werden könne. Im Augenblick werde dieser Bereich noch stark von den USA dominiert. Die ersten Satelliten werden laut Papperger deshalb von SpaceX auf ihre Umlaufbahn gebracht. Rheinmetall sei allerdings für die Datenverarbeitung zuständig.

Der erste Satellit aus dem Vertrag für das Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und Iceye werde bereits im 3. Quartal ins All geschossen, kündigte Papperger an. Er bezog sich dabei offenbar auf das Vorhaben mit der Bezeichnung „SAR-Spacesystem for persistent operational tracking Stufe 1“, kurz „SPOCK 1“, bei dem ein Konstellation von Aufklärungssatelliten aufgebaut werden soll. Das Volumen des Vertrages bezifferte er auf etwas überr 1,5 Milliarden Euro plus eine Option für eine weitere Milliarde Euro.

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Beim Weltraum-Projekt SATCOMBw Stufe 4 habe man ein Joint Venture mit OHB ins Auge gefasst, so der Rheinmetall-CEO. Dies solle in Kürze unterschrieben werden. Im Augenblick sei man – wie in der Presse berichtet – dabei, ein größeres deutsches Konsortium zu schmieden.

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Wie zuerst „Der Spiegel“ am Wochenende berichtete, wollen die drei Player Rheinmetall, OHB und Airbus Defence and Space gemeinsam für das Projekt zum Aufbau einer Satellitenkonstellation bieten, für das Kosten von mindestes 10 Milliarden Euro veranschlagt werden.

Nach Aussage von Papperger ist ein Zusammenschluss der drei Partner beim Angebot sinnvoll, um die Leistung schnell erbringen zu können. Dem Vernehmen nach soll eine Anfangsbefähigung bereits im Jahr 2029 erreicht werden. Wenn deshalb Airbus einen Teil der Satelliten bauen könne, sei dies sicherlich im Sinne des Kunden. Papperger rechnet mit einer Auftragsvergabe noch im laufenden Jahr. Rheinmetall sollen bis 2029 bereits 100 bis 200 Satelliten im Orbit sein.

Den Worten von Papperger zufolge hat Rheinmetall kein Angebot für das auf die Laserkommunikation spezialisierte Unternehmen Mynaric abgegeben, das in die USA verkauft werden soll. Die von Mynaric bereitgestellte Technologie könne man trotzdem nutzen, so Papperger.

Lars Hoffmann