Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat nach eigenen Angaben eine wegweisende Rahmenvereinbarung für die Produktion und Auslieferung von Boden-Luft-Flugkörpern des Typs PAC-3 Missile Segment Enhancement (MSE) im Wert von bis zu 53,86 Milliarden US-Dollar (rund 51 Milliarden Euro) mit dem US-Kriegsministerium unterzeichnet.
Wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt, beläuft sich der Gesamtwert des Mehrjahresvertrags mit dieser Vergabe auf insgesamt 58,62 Milliarden US-Dollar, nachdem im April bereits ein Auftrag im Wert von 4,7 Milliarden Dollar für das erste Jahr vergeben worden war.
Lockheed Martin zufolge werden es die neuen Mittel unter anderem ermöglichen, die Produktionskapazitäten des PAC-3 MSE weiter auszubauen und bis Ende 2030 zu verdreifachen. Außerdem wird dadurch ein Anstieg der Arbeitsplätze um 50 Prozent – von 1.200 auf etwa 1.850 – allein in Camden, Arkansas, unterstützt, wo Lockheed Martin die Endfertigung der PAC-3-MSE-Abfangraketen durchführt, schreibt das Unternehmen.
Der Rüstungskonzern hat bereits im Januar angekündigt die jährliche Produktionsrate von 600 auf 2.000 PAC-3-MSE-Flugkörpern erhöhen zu wollen, um damit den Bedarf der US-Streitkräfte, verbündeter Nationen und Partnerländer decken zu können, hartpunkt berichtete. Im Jahr 2025 lieferte der Konzern den Angaben zufolge 620 PAC-3 MSEs aus und übertraf damit das Vorjahresergebnis um mehr als 20 Prozent. Für 2026 hat das Unternehmen bis dato keine Liefermengen herausgegeben.
Bei der PAC-3 MSE handelt es sich um einen Hit-to-kill-Flugkörper der zusammen mit dem neuen Radar mit der Bezeichnung Lower Tier Air and Missile Defense Sensor (LTAMDS) von Raytheon und dem Integrated Battle Command System (IBCS) von Northrop Grumman, den Kern der zukünftigen bodengebundenen Luftverteidigung der U.S. Army bildet. Mittels des Hit-to-kill-Prinzips, bei dem der Flugkörper die anfliegende Raketenbedrohung direkt treffen muss, kann Lockheed Martin zufolge exponentiell mehr kinetische Energie auf das Ziel – und somit zerstörerische Wirkung – übertragen werden, als dies mit Sprengstoff-Fragmentierungsmechanismen erreicht werden kann. Darüber hinaus plant auch die U.S. Navy ihre Schiffe mit diesem Flugkörper zu bewaffnen. Auch die Bundeswehr hat eine größere Menge PAC-3 MSE für seine Patriot-Systeme bestellt.
Der PAC-3-MSE-Flugkörper bietet den Angaben des Herstellers zufolge einen fortschrittlichen, präzisen Schutz vor sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen. „In Einsatzgebieten wie bei der Operation „Epic Fury“, in der Ukraine und bei Missionen weltweit hat der PAC-3 MSE die Spezifikationen übertroffen und kritische Ressourcen geschützt“, heißt es dazu in der heutigen Mitteilung.
Aktuellen Haushaltsdokumenten der US-Regierung zufolge belaufen sich die Kosten auf rund 5 Millionen US-Dollar pro PAC-3-MSE-Flugkörper. Somit könnten aus dem heute angekündigten Rahmenvertrag rund 10.000 bis 11.000 Flugkörper beschafft werden.
Waldemar Geiger


















