Mit dem Soldatensystem „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System VJTF +“ ausgestattete Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr erhalten offenbar nicht das querschnittlich in Einführung befindliche Hauptkampfvisier – ELCAN Specter DR 1-4x in Kombination mit dem Rotpunktvisier des Typs ACRO P-2 von Aimpoint –, sondern ein Optikpaket von Hensoldt.
Wie Hensoldt auf Anfrage von hartpunkt bestätigte, wurde das Unternehmen jüngst von Rheinmetall mit der Lieferung einer nicht weiter spezifizierten Anzahl an Sturmgewehroptiken beauftragt, die im Rahmen des Projektes IdZ-ES VJTF+ zur Nutzung kommen sollen.
Wie hartpunkt Mitte April berichtete, beschafft die Bundeswehr 237 zusätzliche Zugsysteme IdZ-ES VJTF+ und rüstet gleichzeitig alle bis dato in Nutzung befindlichen IdZ-ES-Soldatensysteme auf den neuen Rüststand um. In Summe wären dies rund 12.000 Einzelsysteme, was gut informierten Kreisen zufolge auch dem Bedarf an Optiken entspricht.
Dem Vernehmen nach werden die mit dem IdZ-ES VJTF+ ausgerüsteten Soldatinnen und Soldaten mit dem G95KA1 (kurze Variante des neuen Bundeswehr-Sturmgewehrs) ausgestattet. Als Hauptkampfvisier dient das ZF4 MKO mit einem auf das G95KA1 ausgelegten Absehen in Kombination mit einem ACRO P-2 von Aimpoint, beide in derselben Farbe wie das Sturmgewehr – „Flat Dark Earth“. Für die Bundeswehr ist das Optikpaket nicht unbekannt, da es auch auf der A3-Variante des MG4 zum Einsatz kommt, was derzeit die Einsatzerprobung durchläuft. Gut informierten Kreisen zufolge sollen ab 2027 zulaufende MG5 ebenfalls mit dem Optikpaket ausgestattet werden, mit dem Ziel, die Optikvielfalt und den damit verbundenen Ausbildungsaufwand an den Handwaffen möglichst zu minimieren.
Bei dem ZF4 MKO/ACRO-P-2-Visier handelt es sich nach früheren Aussagen von Hensoldt um eine auf die Nutzung mit der HK416- Sturmgewehrfamilie optimierte Sturmgewehroptik. Es ist in der Breite so gestaltet, dass keine Bauelemente mehr über das Waffengehäuse hinausragen. Zudem wurde die Montage so gestaltet, dass die Kimme der HK-Eisenvisierung bündig am hinteren Teil der Montage angebracht werden kann.
Im Falle eines Ausfalls der Optik im Gefecht stünde dem Schützen so eine Eisenvisierung – angebracht an der für das Zielen optimalen Position – zur Verfügung.
Das ZF4 MKO bietet eine 4-Fach-Vergrößerung sowie eine stufenlos beleuchtete Strichplatte. Es ist mit einem integrierten Laserschutzfilter ausgestattet. Auch das auf dem ZF4 MKO angebrachte Rotpunktvisier Aimpoint ACRO P-2 bietet sechs Tagsicht- und vier Nachtsicht-Einstellungen. Beide Optiken können somit in Kombination mit Nachtsichtbrillen geschossen werden.
Weiterhin wurde die Montagehöhe des ZF4 MKO so gewählt, dass eine optische Achse mit 38 mm Höhe erreicht wird, abgestimmt auf die optische Achse von Nachtsichtzielvorsätzen und Wärmebildgeräten.
Waldemar Geiger

















