GROT A3 – polnische Streitkräfte beschaffen weitere 46.000 Sturmgewehre in einer neuen Version

Kristóf Nagy

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Die polnischen Streitkräfte setzen die Modernisierung ihrer Handwaffenbewaffnung konsequent fort. Dazu hat die polnische Beschaffungsagentur Agencja Uzbrojenia mit dem im Staatsbesitz befindlichen Hersteller Fabryka Broni „Łucznik“ Radom einen Vertrag über die Lieferung von rund 46.000 Sturmgewehren des Typs MSBS GROT in der neuesten Ausführung A3 geschlossen. Dies gab das polnische Verteidigungsministerium am 24. Juni bekannt. Die Auslieferung der Waffen soll bis Ende 2027 abgeschlossen werden.

Die Beschaffung markiert den Übergang von der bislang eingeführten A2 Version auf die deutlich weiterentwickelte A3-Ausführung. Bereits Ende 2024 hatte Polen ein umfangreiches Handwaffenpaket bei Fabryka Broni bestellt. Dieses umfasste 45.000 Sturmgewehre des Typs MSBS GROT C16 FB A2, 13.000 Dienstpistolen VIS 100 sowie 1.300 Unterlaufgranatwerfer. Der damalige Vertragswert lag bei rund einer Milliarde Złoty (etwa 230 Millionen Euro). Bereits bei der Vertragsunterzeichnung hatte der Hersteller angekündigt, dass während der Vertragslaufzeit ein Wechsel auf die Version A3 vorgesehen sei, sobald die notwendigen Zulassungsverfahren abgeschlossen sind. Das GROT A3 stellt die bislang umfassendste Überarbeitung des polnischen Standardsturmgewehrs seit dessen Einführung dar. Nach Angaben des Herstellers flossen sowohl Rückmeldungen polnischer Soldaten als auch operative Erfahrungen ukrainischer Streitkräfte in die Entwicklung ein. Die Ukraine nutzt seit mehreren Jahren die A2-Version des Systems.

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Bereits bei der Vorstellung der A3-Ausführung im Jahr 2024 war die deutliche Gewichtsreduzierung eines der wichtigsten Merkmale. Gegenüber der A2-Version konnte das Gewicht bei der 16 Zoll Ausführung um etwa 300 Gramm reduziert werden. Dies verbessert insbesondere die Führigkeit der Waffe bei längeren Einsätzen und im abgesessenen Gefecht.
Über die reine Gewichtsreduzierung hinaus wurde das GROT A3 in zahlreichen Details überarbeitet. Ziel der Weiterentwicklung war es, die Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und Kompatibilität des Systems weiter zu erhöhen. Zu den sichtbarsten Änderungen zählt ein neu gestaltetes und leichteres Schaftsystem, das dem Nutzer zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten bietet. Zudem wurde das Magazinaufnahmegehäuse modifiziert, um die Nutzung verschiedener STANAG beziehungsweise AR-15 Magazine zu ermöglichen.

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Auch im Bereich der Signaturreduzierung und Zubehörintegration wurden Anpassungen vorgenommen. So erhielt die Waffe eine überarbeitete Schnittstelle für Mündungsgeräte, wodurch sich Signaturreduzierer unterschiedlicher Hersteller einfacher anbinden lassen. Darüber hinaus wurde das Gassystem überarbeitet, um die Funktionssicherheit unter unterschiedlichsten Einsatzbedingungen weiter zu verbessern. Der Handschutz wurde verlängert und hinsichtlich der Anordnung der Montageschienen optimiert, was zusätzliche Möglichkeiten bei der Anbringung von Zielhilfen, Beleuchtungs- und Beobachtungsmitteln eröffnet.

Weitere Änderungen betreffen den Korrosionsschutz sowie verschiedene konstruktive Details, die die Wartung vereinfachen und die Robustheit der Waffe erhöhen sollen. Die technische Dokumentation für die Version A3 wurde erst kürzlich für die 14,5 und die 16 Zoll Ausführung freigegeben, wodurch die Voraussetzungen für die Serienfertigung geschaffen wurden.

Mit der aktuellen Bestellung setzt Polen den Ausbau seiner nationalen Handwaffenproduktion konsequent fort. Das modulare MSBS System („Modułowy System Broni Strzeleckiej“) wurde vollständig in Polen entwickelt und soll langfristig ältere Waffensysteme wie das Beryl-Sturmgewehr ablösen. Bereits heute befinden sich deutlich mehr als 100.000 GROT-Gewehre in den Beständen der polnischen Streit- und der Territorialverteidigungskräfte. Der Hersteller gibt an, künftig jährlich zwischen 80.000 und 100.000 Gewehre produzieren zu können.

Kristóf Nagy