Bundesregierung kündigt Beteiligung von 40 Prozent an KNDS an

Lars Hoffmann

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Die Bundesregierung strebt eine Beteiligung in Höhe von 40 Prozent der Anteile am europäischen Landsystemhaus KNDS an. Mit dieser Beteiligung beabsichtige die Regierung, den Interessen des Bundes angesichts der Bedeutung des Unternehmens Rechnung zu tragen, heißt es in einer heute veröffentlichten Erklärung des Bundespresseamtes. Eine Beteiligung Deutschlands an KNDS werde den langfristigen Einfluss auf ein für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit strategisch bedeutendes Unternehmen sichern. Zugleich werden laut Mitteilung die nationale industrielle Wertschöpfung sowie die technologische Souveränität und der Schutz von Sicherheitsinteressen und Schlüsseltechnologien in Deutschland gestärkt.

KNDS befindet sich zu gleichen Teilen im Besitz des französischen Staates under der deuschen Eigentümerfamilien, die aus dem Unternehmen aussteigen wollen. Der Aufsichtsrat hatte vergangenes Jahr beschlossen, KNDS an die Börse zu bringen. Dieser Börsengang dürfte unmittelbar bevorstehen. Der Bund muss nun also 40 Prozent der Anteile an KNDS übernehmen.

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„In engem Dialog und auf Augenhöhe mit unseren französischen Partnern wird sich die Bundesregierung für eine erfolgreiche und zukunftsgerichtete Entwicklung des Unternehmens einsetzen“, heißt es in der Mitteilung. 

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Die Vereinbarung und die gesamte Transaktion stehen den Angaben zufolge unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages. Die Bundesregierung beabsichtige, den Umfang der Beteiligung – unter Beibehaltung gleicher Governance-Rechte im Unternehmen wie Frankreich – später wieder zu reduzieren.

Wie aus der angefügten gemeinsamen deutsch-französischen Pressemitteilung hervorgeht, haben die Regierungen Frankreichs und Deutschlands die Vereinbarung über die Strategie und die Unternehmensführung von KNDS  heute getroffen, an der sie durch Transaktionen, die auf eine gleichberechtigte Beteiligung beider Länder abzielen, gemeinsam beteiligt werden wollen.

Durch diese Vereinbarung würden die beiden Staaten ihre Rechte sowohl als Gesellschafter als auch als souveräne Staaten sichern. Zu ihren Kernprinzipien gehören ein langfristiges Engagement der Gesellschafter, Parität bei den Führungsrechten sowie eine angemessene Aufsicht über Sicherheitsangelegenheiten. Beide Staaten wollen jedoch regelmäßig den Stand ihrer Beteiligungen und deren mögliche Weiterentwicklung überprüfen. Die Vereinbarung ebne den Weg für einen möglichen Börsengang von KNDS in naher Zukunft.

Für KNDS – das 2015 aus dem Zusammenschluss von Nexter Systems und KMW (Krauss-Maffei Wegmann) hervorgegangen sei – bedeute dies einen neuen und bedeutenden Meilenstein. Das gemeinsame Ziel Frankreichs und Deutschlands sei klar: die Entwicklung von KNDS zu einem führenden europäischen und globalen Verteidigungsunternehmen im Dienst der französischen und deutschen Streitkräfte sowie die Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit in der europäischen Landfahrzeugindustrie.

Dazu werden sechs Kernziele formuliert:

  1. Unterstützung des enormen Anstiegs der europäischen Nachfrage – insbesondere der deutschen und französischen Streitkräfte – entsprechend ihren jeweiligen Anforderungen.
  2. Ausbau der deutsch-französischen Zusammenarbeit.
  3. Schaffung technischer und kommerzieller Synergien bei aktuellen und zukünftigen Produkten, soweit dies möglich ist.
  4. Innovation, um Produkte anzubieten, die an die Entwicklung der Branche angepasst sind.
  5. Sicherung und Stärkung der europäischen Lieferkette.
  6. Entwicklung zu einem wettbewerbsfähigen Akteur auf dem europäischen Verteidigungsmarkt.

Der KNDS-Vorstandsvorsitzende Jean-Paul Alary reagierte auf die Ankündigung mit den Worten: „Wir begrüßen die zwischen Frankreich und Deutschland erzielte Vereinbarung, die die Vision von KNDS unterstützt, seine Position als paneuropäischer Marktführer im Bereich der Landverteidigung zu stärken, der in beiden Ländern fest verwurzelt ist.“ Die Vereinbarung trage den legitimen strategischen und sicherheitspolitischen Interessen der staatlichen Gesellschafter Rechnung und wahre gleichzeitig die Autonomie, die die Konzernleitung benötige, um das Unternehmen erfolgreich zu führen.

„KNDS wird auch weiterhin mit einem klaren Fokus auf Umsetzung, Leistung, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Stärkung der Marktposition und langfristigen Shareholder Value geführt werden. Dieser Rahmen bietet uns die Grundlage, um in Zukunftstechnologien zu investieren, unsere industriellen Fähigkeiten zu stärken und aktiv zur weiteren Zusammenarbeit und Konsolidierung der europäischen Verteidigungsindustrie beizutragen“, so Alary.

Lars Hoffmann