Liebherr wird Partner bei der Eurodrohne

Anzeige

Die Luftfahrtsparte des deutschen Mischkonzerns Liebherr wird in Zukunft am Entwicklungsprogramm der von vier Nationen vorangetriebenen Eurodrohne teilhaben. Wie hartpunkt aus gut informierten Kreisen erfahren hat, übernimmt Liebherr wesentliche Aufgabenpakete des französischen Flugzeugbauers Dassault an dem sogenannten MALE RPAS (Medium Altitude Long Endurance Remotely Piloted Aircraft System). Dem Vernehmen nach arbeitet Dassault nicht mehr an der Eurodrohne mit. Weder Airbus Defence and Space als Programmführer noch Liebherr wollten sich dazu auf Nachfrage äußern.

In der Vergangenheit kursierten immer wieder Gerüchte, wonach Dassault seine Aufgaben bei der Entwicklung der Eurodrohne mit Zeitverzug erfüllt haben soll. Ob dies zum Ausscheiden des Unternehmens aus dem Industriekonsortium geführt hat, bleibt unklar.

Anzeige

Entwickelt wird die Eurodrohne von Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, wobei Airbus Defence and Space den industriellen Lead hat. Airbus und Dassault waren bis vor kurzem auch noch Partner im Future Combat Air System, dessen Ende – zumindest bei der Kampfflugzeug-Entwicklung – am Montag verkündet wurde. Das Verhältnis beider Unternehmen gilt als zerrüttet.

Anzeige

Wie Jean-Brice Dumont, Head of Air Power bei Airbus Defence and Space, heute auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin bei einem Pressebriefing erklärte, hat Airbus die Aufgabe, das Eurodrohnenprojekt zum Erfolg zu führen. Er sei zuversichtlich, dass dies gelinge. Frankreich sei weiterhin Partner im Vorhaben, betonte der Manager. Die französische Beteiligung sei unabhängig von möglichen Bestellungen fertigentwickelter Systeme.

Seinen Worten zufolge soll der Erstflug der Eurodrohne spätestens 2029 erfolgen. Wie Dumont ausführte, war Dassault in der Vergangenheit für die Flugsteuerung und zwei weitere Subsysteme verantwortlich. Wie es auf der Homepage von Liebherr heißt, entwickelt und fertigt das deutsche Unternehmen komplette Flugsteuerungs- und Betätigungssysteme für Starrflügler und Hubschrauber.

Die Großraumdrohne wurde in der Vergangenheit von Airbus auch als mögliches Instrument für die Seefernaufklärung und U-Boot-Jagd vermarktet. Offenbar findet das Konzept Interessenten außerhalb der vier Entwicklungspartner. So hat Japan bereits seit mehreren Jahren einen Beobachterstatus inne.

Lars Hoffmann