Im Rahmen des Vorhabens MoSeS (Mobiles Sensor-System) beabsichtigt die Bundeswehr die Beschaffung von speziellen Aufklärungsrobotern für die unbemannte Gefechtsaufklärung. Ein entsprechender Teilnahmewettbewerb des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw für die Entwicklung, Herstellung und Lieferung von bis zu 28 MoSeS-Gesamtsystemen wurde heute auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED veröffentlicht.
Früheren, in wehrtechnischen Fachpublikationen veröffentlichten Aussagen des BAAINBw zufolge, war die Ausschreibung und Einführung der Systeme ursprünglich für 2023 vorgesehen, nachdem ein entsprechender Systemdemonstrator in den Jahren zuvor durch die WTD 41 untersucht wurde. Dazu wurden im Vorfeld u.a. mehrere unterschiedliche unbemannte Bodensysteme (UGV) angemietet, um deren Mobilität zu bewerten. Dem Vernehmen nach war kein einziges untersuchtes System in der Lage, die geforderten Anforderungen zu erfüllen. Gut informierten Kreisen zufolge muss der MoSeS-Sensorträger – das Gesamtsystem besteht aus einem mobilen Sensorträger und einer Bedien- und Auswerteeinheit (BAE) – Mobilität in schwierigem Gelände (steile Neigungen und hoher Bodenbewuchs) bieten und auch die Überwindung von Hindernissen (bspw. die Nutzung von Treppen) meistern.
Beobachter gehen daher davon aus, dass es sich bei dem nun von der Bundeswehr gesuchten System nicht um ein rad- oder kettengetriebenes UGV handelt, sondern einen sogenannten Schreitroboter (Quadrupedal Unmanned Ground Vehicle – QUGV). Die durch das BAAINBw auf TED veröffentlichte Systembeschreibung deutet ebenfalls in diese Richtung. In einer Passage wird beispielsweise gefordert, dass das Systeme Hindernisse „umgehen“ oder „umfahren“ können muss.
So heißt es in der Beschreibung, dass es sich bei MoSeS um ein „unbemanntes mobiles Landsystem“ handelt, „welches vom Soldaten im Rahmen von aufgesessenen und abgesessenen Operationen teilautonom oder ferngesteuert auch bei erschwerten Witterungsbedingungen (insbesondere bei hohen Windstärken und eingeschränkter Sicht) eingesetzt werden kann“. Zudem sollen die Aufklärungsroboter in aktuellen und zukünftigen Transportpanzern und -fahrzeugen mitführbar und „vollkommen unabhängig von den Fahrzeugen betreibbar sein“.
„Die Hauptkomponenten von MoSeS sind seine eigenbewegliche Einheit (der mobile Sensorträger) und seine Bedien- und Auswerteeinheit (BAE). Der mobile Sensorträger wird mittels BAE gesteuert und überwacht. Die BAE muss dem Bediener die Möglichkeit bieten, den mobilen Sensorträger direkt zu steuern oder die zurückzulegende Strecke auf Grundlage von abzufahrenden Wegpunkten in eine elektronische Karte einzutragen“, schreibt das BAAINBw auf TED.
Weiterhin heißt es, dass der mobile Sensorträger für die Ausführung der Mission in der Lage sein muss, „Wegpunkten teilautomatisiert zu folgen und Hindernisse bei Tag und Nacht zu erkennen und automatisiert zu umgehen oder zu umfahren“. Darüber hinaus muss MoSeS „dem Bediener die Möglichkeit bieten, Aufklärungsergebnisse ständig und verzugsarm zu betrachten“. Das deutet auf eine Notwendigkeit der Echtzeitübertragung von Videodaten hin.
Waldemar Geiger

















