AWACS: NATO will kanadisch-schwedische GlobalEye beschaffen

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Die NATO will mehreren übereinstimmenden Medienberichten zufolge ihre Flotte von AWACS-Flugzeugen des Typs E-3A in Zukunft durch Syteme des Typs GlobalEye ersetzen. AWACS steht für Airborne Warning and Control Systems. Bei der GlobalEye handelt es sich um ein „Airborne Early Warning & Control“‑System des schwedischen Rüstungskonzerns Saab, das in einer Maschine des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier integriert ist. Beobachter gehen davon aus, dass die Informationen zutreffen, allerdings gibt es keine offizielle Bestätigung.

Mit der Festlegung wären Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail aus US-Fertigung, von denen ursprünglich sechs für eine Anfangsbefähigung beschafft werden sollten, aus dem Rennen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte im vergangenen Jahr bei einer Reise in Kanada gesagt, dass die GlobalEye beim Nachfolgewettbewerb für neue AWACS-Flugzeuge sehr gut positioniert sei. Deutschland beteiligt sich maßgeblich an der Finanzierung der in Geilenkirchen stationierten Flotte von AWACS-Maschinen der NATO und wird seinen relativen Anteil voraussichtlich ausbauen.

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Hintergrund der Entscheidung dürfte einerseits sein, dass sich die USA dem Vernehmen nach in Zukunft nicht mehr an der Finanzierung der europäischen AWACS-Flotte beteiligen wollen. Bislang tragen die Vereinigten Staaten einen großen Teil der Kosten.

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Zum anderen hatte sich das Pentagon entgegen der ursprünglichen Erwartung lange Zeit nicht dazu verpflichtet, E-7A Wedgetail von Boeing für die U.S. Air Force zu beschaffen. Dies dürfte für die Verhandlungsposition des Flugzeugbauers nicht zuträglich gewesen sein. Mittlerweile hat das Pentagon jedoch seine Postition geändert und im vergangenen Monat einen Vertrag in Milliardenhöhe zur Beschaffung der Wedgetail geschlossen.  

Deutschland als ein Haupfinazier der AWACS-Flotte dürfte die Entscheidung zur Einführung der Bombardier-Flugzeuge entgegenkommen, da die Bundesregierung aktiv um den Verkauf von deutschen U-Booten nach Kanada wirbt. Die Beschaffung der GlobalEye könnte so womöglich im Rahmen von zukünftigen Offset-Wünsche der Kanadier betrachtet werden.
lah