Das Münchener Landsystemhaus KNDS Deutschland stellt im Rahmen der in Nürnberg stattfindenden Messe Enforce Tac 2026 ein Drohnenführungsmodul für das gepanzerte Radfahrzeug Boxer mit der Bezeichnung Boxer UxV CS aus.
Sinn und Zweck des Missionsmoduls besteht in der Integration der Drohnenkriegsführung in die mobile Gefechtsführung. Wobei das „Boxer UxV CS“-Missionsmodul hier nur den Anteil der Führung von luftgestützten und bodengebundenen unbemannten Systemen sowie Loitering Munition übernimmt. Der Anteil Transport bzw. das Mitführen der unbemannten Systeme ist mit dem vorgestellten Missionsmodul nicht vorgesehen und muss anderweitig sichergestellt werden, wie beispielsweise mit speziell vorgesehenen Transportplattformen, die als UxS-Mutterschiffe fungieren oder der Aufteilung der Systeme auf die Truppe. Dabei führt jedes Gefechtsfahrzeug eine begrenzte Anzahl an Systemen in den Einsatzraum mit. Auch ein Mix der beiden Konzepte ist vorstellbar und letztendlich von den zukünftigen Einsatzkonzepten der Streitkräfte abhängig.
Um die Führung der unbemannten Systeme zu gewährleisten, verfügt das Modul Boxer UxV CS über fünf identische Bedienerstationen, die für die gleichzeitige Führung unterschiedlicher unbemannter Systeme oder Missionen genutzt werden können. Nach Angaben von KNDS ist das Missionsmodul für den herstellerunabhängigen Einsatz von Drohnen ausgelegt. Dafür kann der Boxer UxV CS entweder mit einem Drohnen-Führungs- und Einsatzplanungssystem von KNDS ausgestattet werden oder mit dem eines anderen Anbieters bzw. einer von den Streitkräften selbst entwickelten Lösung. Mit solchen Lösungen soll ein Bediener zukünftig mehrere unterschiedliche Systeme – bei Bedarf auch unterschiedlicher Anbieter – zu unterschiedlichen Zwecken am Boden und in der Luft gleichzeitig führen können.
Neben den Bedienerstationen kann das Missionsmodul mit unterschiedlichen Mastsystemen ausgestattet werden, die eine Antennenhöhe von vier beziehungsweise sechs Metern ermöglichen und so die Kommunikationsreichweite vergrößern. Auch die Abstützung auf Satellitenkommunikation ist möglich. Abhängig vom gewählten Kommunikationsmittel erlaubt ein solches Missionsmodul die Führung von Drohneneinsätzen während der Fahrt. Physikalisch bedingt können dann jedoch Gelände sowie weitere Faktoren negativen Einfluss auf die Stabilität der Verbindung und Kommunikationsreichweite haben.
Waldemar Geiger

















