Der als kostengünstig geltende Mini-Marschflugkörper Ruta des in den Niederlanden gelisteten Herstellers Destinus soll bereits seit Anfang 2024 umfangreich im Einsatz bei den ukrainischen Streitkräften sein. Nun hat das Unternehmen offenbar eine kampfwertgesteigerte Variante des Flugkörpers vorgestellt.
Seit kurzen sind auf der Webseite des Unternehmens Informationen zu einem als Ruta Block2 bezeichnetem Mini-Marschflugkörper abrufbar. Das Waffensystem wird als ein autonomer Marschflugkörper für mittlere Reichweiten beschrieben, das gegen stationäre Ziele wirken soll.
„Der boostergestützte Kanisterstart, der Flug in geringer Höhe, die KI-Multimode-Lenkung und die Anti-Jamming-Suite ermöglichen präzise Schläge selbst in mehrschichtigen Luftverteidigungszonen“, beschreibt der Hersteller einige Eigenschaften der Block2-Variante. Zudem sei der Flugkörper für eine skalierbare Produktion, Kompatibilität mit verbündeten Abschussvorrichtungen und C2/KI-Schwarm-Systemen ausgelegt.
Bei vergleichbarer Reichweite soll Ruta Block2 nun über eine 2/3 höhere Nutzlastkapazität verfügen. Wurde die Reichweite des Ruta-Marschflugkörpers seitens Destinus noch mit 500 Kilometern und die Nutlastkapazität mit 150 Kilogramm angegeben, sind es bei der Block2-Variante nun 450 Kilometer und 250 Kilogramm. Als Zielspektrum des Flugkörpers werden neben gehärteten Strukturen und gepanzerten Fahrzeugen auch Truppenansammlungen angegeben.
In einem hartpunkt vorliegenden Flyer des Unternehmens sind einige wenige weitere Angaben aufgeführt. Dort ist der volle Name des Flugkörpers als „Destinus Strike Ruta Block2 CM F/P/H“ beschrieben, wobei CM offenbar für Cruise Missile (Marschflugkörper) und F/P/H für drei unterschiedliche Gefechtskopfvarianten Fragmentation, Penetration und Hybrid steht. Dies würde auch das breite angegebene Zielspektrum des Waffensystems erklären.
Darüber hinaus gibt der Hersteller in dem Flyer an, dass die Ruta Block2 auch in GNNS-gestörter Umgebung operieren kann, was auf die Abstützung auf eine KI-gestützte bildbasierte Navigation hindeutet. Die Ursprungsversion der Ruta vertraute auf eine Kombination aus einer INS/GNSS-basierten Steuerung.
Weiterhin wird die Waffe in dem Prospekt mit dem Attribut „Superior cost-to-performance“ beworben, was wiederum darauf hindeutet, dass Destinus auch die Block2-Variante als ein kostengünstiges Waffensystem vermarktet.
Medienberichten zufolge verfügt Destinus über Produktionsstätten in den Niederlanden und Spanien, in denen die Ruta bzw. Komponenten dafür gefertigt wurden und werden. Es kann daher mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass auch die Ruta Block2 in diesen Produktionsstätten gefertigt wird wird.
Waldemar Geiger
















