Die dänische Beschaffungs- und Logistikorganisation für Verteidigung (DALO) hat das französische Unternehmen CEFA mit der Lieferung ferngesteuerter Minenräumfahrzeuge beauftragt. Dies gab das dänische Verteidigungsministerium am 22. Juli 2026 in einer Pressemitteilung bekannt.
Die neuen unbemannten Fahrzeuge werden von einer Kontrollstation aus ferngesteuert, was dem Minenräumpersonal mehr Sicherheit bieten soll.
Im Rahmen der Pressemitteilung erklärte der Leiter der Abteilung Land Systems bei DALO, Oberst Thomas Øgendahl Knudsen: „Minenräumungssysteme spielen auf dem Gefechtsfeld eine wichtige Rolle und gehören zu den mobilitätsunterstützenden Systemen des Pionierregiments des Heeres. Angesichts der technologischen Entwicklung im Bereich des Wehrmaterials ist es sehr erfreulich, dass wir nun ein modernes, ferngesteuertes System beschaffen, das seine Aufgaben in Kombination mit anderen neu beschafften Systemen erfüllen kann.“
Die Fahrzeuge werden der Mitteilung zufolge zunächst an das dänische Pionierregiment ausgegeben, das für die Ausbildung mit den neuen Fahrzeugen zuständig sein wird. Anschließend werden die Systeme Teil der schweren Brigade, die derzeit von dem dänischen Heer aufgestellt wird. Dort werden sie die bestehenden fahrzeugmontierten Minenräumgeräte vom Typ „Flail“ ersetzen und die Brigade bei der Beseitigung von Blindgängern, der Minenräumung, der Öffnung von Minensperren sowie bei Feldbauaufgaben unterstützen.
Laut der Pressemitteilung der DALO räumen die neuen Fahrzeuge Minen und Blindgänger mechanisch mithilfe eines rotierenden Schlegelmechanismus. Sie können eine ca. 2 m breite Gasse freiräumen und sind mit einem Markierungssystem ausgestattet, um die geräumten Bereiche und Gassen zu kennzeichnen.
Der dänische Auftrag umfasst zudem eine Reihe von Baumaschinenwerkzeugen, die an den unbemannten Fahrzeugen angebracht werden können, darunter ein Planierschild, ein Baggerlöffel, ein Gabelstapler und ein 4-in-1-Schaufellader, wodurch die beschafften Systeme neben der Minenräumung auch eine Vielzahl von Feldbauaufgaben ausführen können. Darüber hinaus werden die Werkzeuge und das Zubehör für die Fahrzeuge in einem speziellen Lagercontainer geliefert, der das Aufladen von Fernbedienungen und Akkus während der Lagerung und des Transports ermöglicht.
Anzahl der bestellten Fahrzeuge sowie Liefertermin oder Auftragswert werden in der Pressemitteilung nicht genannt. Auch der Typ wird nicht näher angegeben, wenn auch alle Angaben darauf hindeuten, dass es sich höchstwahrscheinlich um das CEFA Zone Demining System (SDZ) handelt.
Das SDZ ist eine ferngesteuerte, gepanzerte Mehrzweckplattform. Es kann visuell oder, falls die Situation dies erfordert, aus einem Schutzraum oder einem gepanzerten Fahrzeug heraus mithilfe der Kameras und des GPS-Systems des SDZ bedient werden. Das Fahrzeug ist 5,9 m lang und hat ein Gesamtgewicht von ca. 12 Tonnen, jeweils mit montiertem Minenräumwerkzeug. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 10 km/h angegeben. Laut CEFA ist das SDZ in der Lage, bis zu 500 m² pro Stunde bis zu einer Tiefe von 30 cm zu räumen. Die Minenräumfähigkeiten des Systems wurden Herstellerangaben zufolge sowohl gegen Panzerabwehr- als auch an Antipersonenminen gemäß der europäischen Norm CWA 15044 für die Prüfung und Bewertung mechanischer Minenräumgeräte erfolgreich getestet. Neben der Minenräumung und der Öffnung von Minensperren ermöglicht diverses Zubehör dem SDZ auch die Beseitigung und Vernichtung von Sprengstoffen sowie allgemeine Pionieraufgaben wie den Bau von Schutzbauten.
Thomas Lauge Nielsen


















