Die dänischen Streitkräfte erwerben 32 neue Küstenüberwachungsradare vom dänischen Rüstungskonzern Terma A/S. Dies gab die dänische Beschaffungs- und Logistikorganisation für Verteidigung (DALO) am 16. Juli 2025 in einer Pressemitteilung bekannt. Angaben zu Auftragswert und Radartyp wurden nicht gemacht, die Finanzierung erfolgt sowohl über das reguläre Verteidigungsbudget als auch den jüngst eingerichteten „Beschleunigungsfonds”.
Die neuen Radargeräte werden nach und nach die bestehenden Küstenüberwachungsradargeräte Dänemarks ersetzen, wobei so weit wie möglich die gleiche Infrastruktur genutzt werden soll, um die operative Überwachungsfähigkeit während des gesamten Austauschprozesses aufrechtzuerhalten. Die Lieferung und der Austausch sollen bereits 2025 beginnen, wobei die vollständige Implementierung und Einsatzfähigkeit der neuen Radargeräte bis Ende 2026 erreicht werden soll. Der Vertrag umfasst auch zwei Küstenradare, die in Grönland installiert werden sollen, aber aus der Pressemitteilung geht nicht hervor, ob diese Bestandteil der 32 beschafften Systeme sind.
Zusätzlich zu den Radargeräten selbst, die im Vergleich zu den bestehenden Systemen verbesserte Fähigkeiten bieten, wird auch das zugehörige Datenerfassungs- und Integrationssystem modernisiert, einschließlich des Einsatzes künstlicher Intelligenz zur Unterstützung der Identifizierung von Radarkontakten.
Der Auftrag umfasst auch Ersatzteile und technische Dokumentation sowie Schulungen für die Radarbediener und das Servicepersonal.
Während des Kalten Krieges war die Überwachung und Beobachtung der dänischen Gewässer eine der wichtigsten Friedensaufgaben der dänischen Streitkräfte, um die Schiffe des Warschauer Pakts zu verfolgen, die von der Ostsee in den Nordatlantik und umgekehrt fuhren. Angesichts der aktuellen Sicherheitslage in Europa hat diese Aufgabe erneut Priorität erlangt, sowohl im Hinblick auf die Wahrung der dänischen Souveränität auf See als auch im Hinblick auf die Unterstützung der Überwachungskapazitäten der NATO. Dazu gehört die Verfolgung russischer Kriegsschiffe und Aufklärungsschiffe sowie die Überwachung und Verfolgung der russischen „Schattenflotte“, die zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt wird und im Verdacht steht, Sabotageakte gegen Unterwasserinfrastrukturen durchzuführen.
Zusätzlich zu seiner militärischen Rolle leistet das Radarnetzwerk einen wichtigen Dienst für die zivile Schifffahrt in Form des „Vessel Traffic Service“, der als „Verkehrskontrolle“ für Schiffe fungiert, die durch dänische Gewässer fahren. Nicht zuletzt unterstützen die Küstenüberwachungsradare auch Umweltschutzmaßnahmen.
Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung Dänemarks, die Überwachung seiner Seewege zu verbessern und zu modernisieren, verständlich.
Im Zusammenhang mit der DALO-Pressemitteilung erklärte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen: „Ich freue mich sehr, dass unsere bestehenden Küstenradare in den nächsten Jahren durch moderne und leistungsfähigere Sensoren ersetzt werden. Auch wenn dies wie ein kleiner Schritt erscheinen mag, ist es für die nationale Sicherheit Dänemarks von entscheidender Bedeutung, dass wir verfolgen können, was in unseren Gewässern geschieht. Die neuen Radarsysteme werden aktiv zur Wahrung der dänischen Souveränität beitragen, eine verbesserte Überwachung ermöglichen und die Sicherheit in dänischen Gewässern erhöhen.“
Der Auftragnehmer Terma A/S ist ein bekanntes dänisches Verteidigungs- und Luftfahrtunternehmen, dessen Aktivitäten von Radarsystemen über Avionik bis hin zu Führungs- und Einsatzsystemen reichen. So erhielt Terma A/S beispielsweise im Januar 2023 einen 30-jährigen Rahmenvertrag als Hauptauftragnehmer für das neue Very Short Range Air Defence (V-SHORAD)-System des dänischen Heeres und ist damit für die Integration der verschiedenen Systemkomponenten verantwortlich, darunter auch das eigene Führungs- und Einsatzsystem von Terma.
Thomas Lauge Nielsen


















