Die Bundeswehr will offenbar die ursprünglich für den Einsatz in den Spezialkräften entwickelte Aufklärungsdrohne FALKE zukünftig breitflächig in die Truppe bringen. FALKE ist ein Akronym welches für „ferngeführte Aufklärungssystem, luftgestützt, kurze Entfernung“ steht und auf der Vector-Aufklärungsdrohne des deutschen Drohnenherstellers Quantum Systems basiert. Neben den Spezialkräften zählt mittlerweile auch die Heeresaufklärungstruppe anteilig zu den Nutzern der Drohne.
Wie gut unterrichtete Kreise gegenüber hartpunkt erklären, wird der Haushaltsausschuss des Bundestages in der für diesen Mittwoch anberaumten Sitzung über die Freigabe von etwas mehr als 200 Millionen Euro für die Beschaffung von über 500 FALKE-Aufklärungsdrohnen beraten.
Dem Vernehmen nach plant die Bundeswehr, die Systeme zukünftig auch breitflächig in der Kampftruppe (hier für den Anteil Aufklärung im Aufklärungs- und Wirkungsverbund) sowie der Feldjägertruppe (bspw. zur luftgestützten Überwachung von Marschrouten) einzusetzen. Eine niedrige zweistellige Anzahl der Drohnen soll zudem Ergänzungsausstattungen für den maritimen Einsatz sowie die stationäre Überwachung erhalten. Beobachter gehen davon aus, dass es sich um spezielle Systeme handelt, die Aufgaben im Zusammenhang mit dem Schutz von Hafenanlagen sowie kritischer Seeinfrastruktur übernehmen können.
Da der Abfluss der Haushaltsmittel gut unterrichteten Kreisen zufolge für 2026 vorgesehen ist und es sich zudem um ein bereits in der Bundeswehr eingeführtes System handelt, gehen Beobachter davon aus, dass die Masse, wenn nicht gar alle Systeme im kommenden Jahr an die Bundeswehr ausgeliefert und die luftgestützte Aufklärungsfähigkeit der Truppe so kurzfristig verstärken werden.
FALKE
Bei FALKE handelt es sich um eine für die Bedürfnisse der Bundeswehr angepasste Vector-Drohne. Die Vector ist eine taktische „eVTOL fixed-wing“-Aufklärungsdrohne mit der Fähigkeit, senkrecht starten und landen zu können. Seit der Markteinführung im Jahr 2020 wurde das System durch Quantum Systems stetig weiterentwickelt – nicht zuletzt Aufgrund von Erfahrungen, die im Ukraine-Krieg gesammelt wurden.
Bei einer Spannweite von 2,80 m beträgt das maximale Abfluggewicht von 8,5 kg. Die drei Hubtriebwerke werden elektrisch angetrieben. Für den Übergang in den Horizontalflug werden die Triebwerke um 90 Grad nach vorn geschwenkt. Den Marschflug übernimmt allein das Hecktriebwerk. Damit erreicht die Vector eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und je nach verwendeter Batterie eine Flugzeit bis 180 Minuten. Die Aufklärungstiefe der Drohne soll Herstellerangaben zufolge abhängig von der genutzten Kommunikationstechnik bis zu 50 km betragen. Als Optronik-Paket kommt Quantum Systems zufolge ein Sensor vom Typ Raptor (8x IR, EO 40x Zoom + 2x digital + Laseroption) zum Einsatz.
Zudem hat das Unternehmen eine KI-Navigationssensorik entwickelt, welche es der Drohe ermöglicht, bei Tag, Nacht und schlechter Sicht sowie ohne jeglichen Empfang von Navigationssignalen punktgenau zu navigieren, hartpunkt berichtete. Das als „Receptor AI“ bezeichnete KI-Sensor- Upgrade basiert Quantum Systems zufolge auf einem Nvidia-Chip Jetson Orin und mehreren Sensoren für die Vector-Aufklärungsdrohne. Neben der GNSS-unabhängigen Navigation soll Receptor AI auch eine automatisierte KI-gestützte Objekterkennung und –Identifikation ermöglichen. Die Funktionalität hinter Receptor AI basiertauf einer Infrarot-gestützten visuellen Navigation. Damit sind QS zufolge auch autonome Nacht- und Schlechtwetterflüge möglich.
Waldemar Geiger
















