Die dänischen Streitkräfte beschaffen drei Brückenleger des Typs Leguan neuester Generation auf einem TATRA 10×10-Radfahrzeug. Ein entsprechender Vertrag zwischen dem Hersteller KNDS Deutschland und der dänischen Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation (DALO) wurde nun unterschrieben. Für Dänemark, das bereits über den Leguan auf Leopard-2-Fahrgestell verfügt, ist dieses System das erste Radfahrzeug mit der Fähigkeit Leguan Brücken zu verlegen.
Wie es in der Pressemitteilung des Unternehmens heißt, beläuft sich das Auftragsvolumen auf rund 33 Millionen Euro. Neben den, von KNDS für die Verlegung von Leguan Brücken umgerüsteten TATRA Fahrgestellen, sind auch ein Logistik-Paket und Sonderwerkzeuge Vertragsgegenstand.
Zudem beinhaltet der Vertrag KNDS zufolge eine Option über Trainingsgeräte sowie drei weitere Radbrückenleger und Leguan Brückensätze im Wert von 25 Millionen Euro. Mit einer Entscheidung wird seitens des Herstellers 2026 gerechnet. Über eine im Vertrag enthaltene Öffnungsklausel können sich zudem weitere skandinavische Nationen der dänischen Beschaffung anschließen.
Die Panzerschnellbrücke Leguan auf einer TATRA-10×10-Plattform vom Typ Phoenix wurden seitens KNDS Deutschland und TATRA erstmalig auf der Eurosatory 2024 in Paris gezeigt. Das interessante an dem Lkw-Fahrzeug ist die Fähigkeit, alle 10 Räder in die selbe Richtung lenken zu können. Diese Fähigkeit erlaubt es den LKW, selbst in engen Stellen deutliche einfacher zu rangieren.
Mittels der Panzerschnellbrücke Leguan, die neben der Bundeswehr auch noch durch 18 weitere Nationen genutzt wird, kann ein 26 m langer Abschnitt überbrückt werden. Alternativ kann das System zwei 14 m lange Brücken aufnehmen, um auf diese Weise zwei Übergänge für kürzere Abschnitte zu schaffen. Zudem ist eine überlappende Verlegung möglich, damit so größere Hindernisbreiten überwunden werden können.
Brückenlegesysteme auf Lkw
Das Verlegen von Panzerschnellbrücken wird den Einsatzgrundsätzen entsprechend nur unter Sicherung der Kampftruppe ausgeführt. Daher sind grundsätzlich auch LKW als Brückenlegerlösungen geeignet, selbst wenn diese gegenüber Brückenlegern auf Panzerfahrgestellen deutliche Nachteile bezüglich des Schutzes und der Geländegängigkeit haben. Vorteile gibt es hingegen in den Punkten strategischen Mobilität (Eigenverlegefähigkeit), Kosten (Beschaffung und Nutzung). LKW-Brückenleger können zudem je nach Kundenbedarf auf geschützten oder nicht geschützten LKW-Plattformen realisiert werden.
Unterschiede gibt es zudem beim Verlegen der Brücken. Im Gegensatz zu Brückenlegepanzern werden die Panzerschnellbrücken bei den meisten LKWs über das Heck und nicht die Front verlegt. Dies führt dazu, dass die erkundeten Verlegestellen rückwärts angefahren werden müssen. Je nach Fall kann es weiterhin dazu kommen, dass radbasierte Brückenleger einen größeren Platzbedarf für das Verlegen der Brücke haben, da LKW im Gegensatz zu Kettenfahrzeugen nicht auf der Stelle rangieren können. Darüber hinaus müssen LKW-Lösungen für die Dauer des Verlegeprozesses, begründet durch das deutlich geringere Eigengewicht, abgestützt werden.
Was Verlegezeiten angeht, gibt es bei modernen LKW-Lösungen de facto keine Unterschiede zu den Brückelegepanzern. Dank des hohen Automatisierungsgrades sind Verlegezeiten von weniger als 5 Minuten bei den LKW realisierbar.
Waldemar Geiger













