Steht TKMS vor der Übernahme von GNYK?

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Einem aktullen Beitrag der Kieler Nachrichten zufolge sind Gespräche zur Übernahme der Werft German Naval Yards (GNYK) durch den deutlich größeren Wettbewerber TKMS bereits weit fortgeschritten und könnten kurz vor dem Abschluss stehen. Wie es in dem Artikel heißt, geht es nur noch um Details.

Ein Sprecher von TKMS, dem größten deutschen Marineschiffbauer, wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Angaben äußern. GNYK war kurzfristig nicht zu erreichen. Beobachter sehen in einem Zusammengehen der beiden Unternehmen durchaus Potenzial. Denn TKMS und GNYK nutzen das gleiche Werftgelände in Kiel, da beide Unternehmen vor längerer Zeit aus der Aufspaltung von HDW hervorgegangen sind.

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Während TKMS sich am Standort auf den Bau von U-Booten konzentriert, verfügt GNYK vor Ort über mehrere Hallen sowie große Trockendock- und Krankapazitäten. Zuletzt war GNYK in Schieflage geraten, nachdem aufgrund des bereits Jahre im Verzug befindlichen Fregattenprojekts der Klasse 126 die vereinbarten Bauleistungen für das Vorhaben nicht bei GNYK abgerufen wurden.

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Unter anderem aufgrund der erwarteten Beauftragung für zukünftig acht Fregatten der neuen Klasse 127 in der kommenden Dekade sowie potenziell weiteren U-Boote-Projekten – etwa für Kanada – dürfte TKMS einen Bedarf an zusätzlicher Fertigungskapazität haben. Bisher verfügt der Werftkonzern über Schiffbaukapazitäten in Kiel und Wismar. Ein Kauf der GNYK würde neben rund 400 qualifizierten Mitarbeitern in Kiel auch die gesamte Infrastruktur am Standort in den Besitz von TKMS bringen.

Bereits in der Vergangenheit hatte GNYK Personal und Hallen-Kapazitäten zeitweise an TKMS „vermietet“.  Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben mittlerweile Bestandteil der europäischen Schiffbaugruppe CMN Naval, die auf den mittlerweile verstorbenen französisch-libanesischen Unternehmer Iskander Safa zurückgeht. GNYK hat bereits bei mehreren Projekten für die Deutsche Marine, etwa dem Bau von Korvetten, mit TKMS und NVL zusammengearbeitet.

Sollte der Bericht der Kieler Nachrichten zutreffen und es tatsächlich zu einer Übernahme kommen, würde dies für TKMS eine Stärkung des Standortes Kiel bedeuten und könnte als Signal für die weitere Konsolidierung des deutschen Marineschiffbaus gesehen werden. Gerüchten zufolge soll mindestens eine weitere Werft aus dem Sektor zum Verkauf stehen. Erst vor wenigen Wochen hatte der TKMS-Mutterkonzern thyssenkrupp seine Marinetochter mit Erfolg an die Börse gebracht. Nach dem Spin-off dürfte TKMS als eigenständiges Unternehmen deutlich mehr Spielraum bei seinen Geschäftsentscheidungen haben.

Gegenwärtig befindet sich auch die zweitgrößte Branchenwerft, Naval Vessels Lürssen (NVL), im Übernahmeprozess durch den Rüstungskonzern Rheinmetall. Dieser könnte womöglich bis Ende Januar abgeschlossen werden, wie es kürzlich bei einem Analystengespräch hieß.
lah