Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Airbus Defence and Space, Thomas Pretzl, möchte beim Future Combat Air System (FCAS) am liebsten ohne den französischen Partner Dassault mit dem Bau des New Generation Fighter fortfahren. „Wir wollen endlich wieder ein gutes Kampfflugzeug entwickeln und bauen.“ Am besten werde das ohne Dassault gelingen und ohne dabei die deutsch-französischen Beziehungen zu beschädigen, sagte Pretzl laut Mitteilung seines Büros heute im Rahmen einer Betriebsversammlung am Airbus-Standort Manching.
Er bezog sich mit seinen Ausführungen auf die mögliche Lösung der angespannten Situation zwischen Airbus und dem französischen Flugzeugbauer beim FCAS. Neben Kampfflugzeugen besteht FCAS auch aus Drohnen unterschiedlicher Klassen sowie einer Combat Cloud. Laut Betriebsrat gibt es einen langanhaltenden Konflikt um Bauanteile zwischen Airbus und Dassault. „Wir brauchen klare Verhältnisse“, betonte Pretzl und verwies damit auf die noch ausstehenden Entscheidungen der beteiligten Regierungen.
Dassault fordert einen deutlich höheren Arbeitsanteil am New Generation Fighter als in der Vergangenheit zwischen den FCAS-Partnern vereinbart worden war. Bis Jahresende wollen die Verteidigungsministerien Frankreichs und Deutschlands das Problem lösen.
Im Rahmen der Betriebsversammlung bedankte sich Pretzl bei der Belegschaft für die Unterstützung. Die forderte gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall auf einer Kundgebung am Standort „Wer Zeitenwende sagt, muss Eurofighter kaufen!“
Ein weiteres Thema in Manching war die Ausphasung der Tornado-Kampfflugzeuge bis 2030, was der Mitteilung zufolge den Wegfall von rund 350 Arbeitsplätzen in Manching zur Folge hat. Hier konnte der Betriebsrat eigenen Angaben zufolge für die Belegschaft eine Vereinbarung zu deren Absicherung durchsetzen. Diese sieht demnach klare Regeln für die Vermittlung auf eine neue Stelle, Kündigungsschutz, Entgeltsicherung und Qualifizierungsmaßnahmen vor.
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