HAVOC – U.S. Marine Corps beschafft unbemannte Mikrowellenwaffe zur Drohnenabwehr

Waldemar Geiger

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Das U.S. Marine Corps hat das US-Unternehmen Epirus im Rahmen des Vorhabens „High-power microwave Autonomous Vehicle Operational Capability“ (HAVOC) mit der Lieferung eines unbemannten Drohnenabwehrsystems auf Basis einer Mikrowellenwaffe beauftragt. Wie das Unternehmen vor wenigen Tagen in einer Pressemitteilung bekannt gab, beläuft sich der Auftragswert auf elf Millionen US-Dollar.

Eigenen Angaben nach wird das Epirus sein neuestes Hochleistungs-Mikrowellensystem (High-Power Microwave, HPM) für die Abwehr von Drohnen und Drohnenschwärmen liefern. Darüber hinaus soll der Vertrag Schulungen, Wartungs- und Instandhaltungsleistungen sowie Optionen für ein zusätzliches System und damit verbundene Lösungen umfassen.

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Die Mikrowellenwaffe verfügt über eine universelle Schnittstelle, die eine nahtlose Integration in unterschiedliche bemannte und unbemannte Bodenfahrzeuge des Marine Corps ermöglicht und somit einen skalierbaren Einsatz sowie flexible Missionskonfigurationen gewährleistet.

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Das HAVOC-System basiert Herstellerangaben zufolge auf der neuesten Generation der Hochleistungs-Mikrowellenplattform von Epirus und wird erhebliche Verbesserungen hinsichtlich elektronischer Durchschlagskraft, Zuverlässigkeit und operativer Effizienz mit sich bringen. Das modernisierte System wird zudem die Reichweite und die Ausgangsleistung erweitern und gleichzeitig eine kontinuierliche, softwaregesteuerte Feinabstimmung ermöglichen.

Wie Epirus in der Mitteilung schreibt, wird das HAVOC-System als Teil einer mehrschichtigen, mobilen Schutzlösung eine widerstandsfähige, nicht-kinetische Option für Flugabwehrkräfte bieten, die mit dem Schutz des bodennahen Luftraums betraut sind. „Das mobile HPM-System wird die Verteidigungslinie gegen unbemannte Systeme erweitern, um bodengestützte Luftverteidigungsanlagen, Betankungsstellen, Radaranlagen, Kommunikationsanlagen, Stromversorgungsanlagen und andere vorwärts stationierte Anlagen zu schützen“, heißt es in der Mitteilung.

Schematische Darstellung des Funktionsprinzips von Leonidas. (Video: Epirus)

Genauere Details zur Leistungsfähigkeit des Systems wurden nicht offengelegt. Das Pressebild zeigt jedoch eine Mikrowellenwaffe, die offenbar auf einer Variante des Festkörper-Hochleistungs-HPM-Systems Leonidas von Epirus basiert. Leonidas nutzt Galliumnitrid (GaN)-Halbleiter, um Effekte gegen elektronische Systeme zu erzielen. Auf dem Bild ist zudem zu sehen, dass der Effektor auf einer JLTV-ROGUE-Plattform integriert ist. Dabei handelt es sich um eine unbemannte Version des geschützten 4×4-Fahrzeuges JLTV.

Das Wirkprinzip von Mikrowellenwaffen setzt auf gebündelte elektromagnetische Wellen. Diese können, je nach Entfernung und Abschirmung, die elektronischen Komponenten von Drohnen stören bzw. im Idealfall überlasten und damit beschädigen. Die effektive Reichweite solcher Systeme ist jedoch auf wenige hundert Meter beschränkt, so dass sie sich maximal für den unmittelbaren Nächstbereichschutz eignen.

Waldemar Geiger