Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Mittwoch weitere 14 sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen mit einem Gesamtvolumen von über 1,9 Milliarden Euro für Beschaffungen der Bundeswehr gebilligt. Damit wurden in diesem Jahr bereits 57 Großvorhaben über das Parlament auf den Weg gebracht, wie das Verteidigungsministerium mitteilt. Die Großprojekte umfassen den Angaben zufolge die Fähigkeitsbereiche Luftverteidigung, Handwaffen, Unterstützung und Sanität, Durchhaltefähigkeit sowie den IT-Bereich. Sie betreffen neben Luft, Land, See auch den Cyberraum und stärken die Bundeswehr in der Breite. Bereits im Oktober hat der Haushaltsausschuss 18 Beschaffungsvorhaben im Gesamtwert von über 14 Milliarden Euro gebilligt.
Zu den 14 Projekten gehört ein Änderungsvertrag für Unterstützungsleistungen mit der bundeseigenen BWI. Laut BMVg handelt es sich bei dem Änderungsvertrag um eine seit Mitte 2024 geplante Aktualisierung und Verlängerung einer bestehenden Rahmenvereinbarung mit der BWI. Er umfasse Unterstützungsleistungen zur Begleitung von drei wichtigen Rüstungsprojekten, unter anderem der „Digitalisierung Landbasierter Operationen“ (D-LBO) und sorge für eine nahtlose Weiterführung der technisch und logistischen Betreuungsleistungen durch die BWI. Konkret werden z.B. Systemingenieure der BWI bei der Digitalisierung der Landstreitkräfte eingebunden. Die Unterstützung des Bundeswehr-eigenen IT-Systemhauses betrifft langfristige Projektbedarfe, ist üblich und findet auch bei anderen Rüstungsgroßprojekten statt, wie das BMVg weiter ausführt.
Der Haushaltsausschuss billigte in seiner Sitzung auch die Beschaffung des Systems Pistole P13 als neue Standardpistole der Bundeswehr mit Zubehör und Tragesystemen. Die Pistole P13 wird der Nachfolger der Pistole P8. Die neue Waffe biete ergonomische Vorteile. So könne das Griffstück der Pistole P13 an die Größe der Hand des Schützen angepasst werden. Über weitere Details der Beschaffung informierte hartpunkt separat: Bundestag billigt Beschaffung neuer Pistolen und Wärmebildzielgeräte für die Bundeswehr
Darüber hinaus sollen palettierte Rüstsätze zum qualifizierten Patiententransport in militärischen Transportflugzeugen beschafft werden. Die Rüstsätze sind laut BMVg geeignet für den Transport von leicht bis mittelschwer verletzten Patienten sowie Intensivpatienten. Die modularen Paletten inklusive modularer Sanitätsausstattung ermöglichen es, mehrere A400M voll auszurüsten. Laut BMVg verkürzen sich damit auch die Einrüstzeiten in den A400M für den Einsatz in der MedEvac-Rolle.
Ein weiteres Großprojekt betrifft die Entwicklung, Herstellung und Beschaffung der Small Anti Drone Missile (SADM), die vom Hersteller mittlerweile auf DefendAir umgetauft wurde. Der neue Lenkflugkörper soll die Bordkanone des Flakpanzers SKYRANGER 30 ergänzen. Das System werde so vollumfänglich zur Abwehr von Klein- und Kleinstdrohnen befähigt, schreibt das BMVg. Weitere Details dazu finden sich im folgenden Beitrag: Rund 500 Millionen Euro für Entwicklung und Beschaffung von Drohnenabwehrflugkörpern freigegeben
Die übrigen 25-Millionen-Euro-Vorhaben betreffen:
- Wärmebildzielgeräte für die mittlere Reichweite für abgesessene Kräfte, auch hier berichtete hartpunkt über weitere Einzelheiten.
- Mobile Feldküchen zur Lagerung, Zubereitung und Abgabe von Verpflegung
- Multibandfunkgeräte mit Zubehör (Manpacksatz)
- Modularen Fähigkeitsträger Brandschutz (Abrollbehälter)
- Lenkflugkörper (LFK) Rolling Airframe Missile (RAM) Block 2B (2. Ergänzungsbeschaffung), weitere Details hier
- Entwicklungsvertrag zur Obsoleszenzbeseitigung Rolling Airframe Missile (RAM) Launcher Servo Control Unit
- Betreibervertrag im Rahmen der Beteiligung der Bundeswehr an der Satellitenmission Heinrich Hertz (H2Sat)
- Standardisierung maritimer Führungs- und Waffeneinsatzsysteme (FüWES-M), nach Informationen von hartpunkt soll es sich dabei um das CMS 330 von Lockheed Martin handeln, hartpunkt berichtete
- Produkte der Sicheren Inter-Netzwerk Architektur (SINA)-Produktfamilie
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