Die urbane Kriegsführung gilt als eine der komplexesten Aufgaben der modernen Gefechtsführung, die selbst gut ausgerüstete Streitkräfte an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit bringen kann. Ein jüngst publiziertes Arbeitspapier des Center for Intelligence and Security Studies (CISS) an der Universität der Bundeswehr München mit dem Titel „Urban Warfare in Gaza: Alles wie erwartet?“ bestätigt diese Erkenntnis anhand einer Betrachtung des Gaza-Krieges der vergangenen beiden Jahre.
In dem siebenseitigen Papier beschreibt der Autor, ein Bundeswehr-Infanterieoffizier der spezialisierten Kräfte des Heeres, einige Aspekte der besonderen Kampfhandlungen im Gazastreifen schlaglichtartig und leitet daraus aus seiner Sicht mögliche Folgerungen für die deutschen Streitkräfte ab. Denn auch die Bundeswehr könnte im Zuge der Landes- und Bündnisverteidigung dazu gezwungen werden, urbane Zentren zurückerobern zu müssen.
Neben den Herausforderungen des Kampfes in Ruinen sowie Tunneln geht das Papier auch auf die Problematik bei der Integration von ungenügend geschulten Truppenverbänden (Reservisten) ein. Zudem wird die generelle Bedeutung der intensiven und realitätsnahen Ausbildung für die moderne Kriegsführung beschrieben. Gleichwohl bedarf die Lektüre des Arbeitspapiers einer gewissen militärischen Vorprägung, um die vom Autor ausgewählten Beispiele und getroffenen Ableitungen gänzlich verstehen zu können.
Schlussendlich geht das Papier auch auf die Thematik des gläsernen Gefechtsfeldes ein, welches gar nicht so gläsern ist, wie es im Zusammenhang mit der Ukraine-Berichterstattung oftmals zu lesen ist. Die Kämpfe in Gaza haben nämlich gezeigt, dass auch ein Himmel voller Aufklärungsdrohnen kein ausreichend gutes Lagebild liefern kann, wenn die Bewegungen in dicht bebauter Umgebung oder gänzlich im Untergrund ablaufen.
Das vollständige Arbeitspapier kann unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden: Urban Warfare in Gaza: Alles wie erwartet? Militärische Lehren aus einem hochintensiven urbanen Konflikt
Waldemar Geiger
















