Der Marineschiffbauer TKMS ist heute nach einem Spin-off von seinem Mutterunternehmen thyssenkrupp erfolgreich an der Frankfurter Wertpapierbörse am Kapitalmarkt eingeführt worden. Nach mehr als zehn Minuten Verspätung aufgrund des hohen Orderaufkommens wurde der erste Kurs für die TKMS-Aktie mit 60 Euro festgesetzt.
Die Aktie wird im Prime Standard der Deutschen Börse gehandelt, dem höchsten Transparenzstandard. Mit dem Gang an den Kapitalmarkt erhalte TKMS die nötige „Beinfreiheit“, sagte Unternehmens-CEO Oliver Burkhard in seiner Rede zum Börsengang. Neben einem direkten Zugang zum Kapitalmarkt durch den Spin-off könne TKMS jetzt auch agiler handeln. Für die Zukunft kündigte er an, den Kunden des Unternehmens ein „Ökosystem aus unbemannten und bemannten Plattformen“ anbieten zu wollen und dabei auch auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zu setzen. Gegenwärtig verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über Kunden in 50 Ländern.
Angestrebt werde ein durchschnittliches Umsatzwachstum pro Jahr von 10 Prozent und eine Ausschüttung von 30 bis 50 Prozent des Nettogewinns an die Aktionäre, so Burkhard. Die thyssenkrupp AG bleibt mit 51 Prozent Mehrheitseigener an TKMS.
Aufgrund der angespannten internationalen Sicherheitslage dürfte die Nachfrage nach U-Booten und Schiffen von TKMS weiter hoch bleiben. So befindet sich das Unternehmen neben einem koreanischen Anbieter in der Endausscheidung für die Lieferung von bis zu 12 U-Booten für die kanadische Marine. Burkhard kündigte an, direkt nach dem Börsengang nach Kanada zu reisen, um zusammen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius und Norwegens Verteidigungsminister über das Rüstungsprojekt mit der kanadischen Regierung zu sprechen.
Darüber hinaus laufen in Indien Verhandlungen, um zusammen mit dem lokalen Partner Mazagon Dock Shipbuilders (MDL) sechs U-Boote für das Projekt 75(I) zu liefern. Gut informierten Kreisen zufolge soll überdies auch Marokko Interesse an deutschen U-Booten bekundet haben.
Lars Hoffmann















