TKMS: Abspaltung vom Mutterkonzern thyssenkrupp gebilligt

Lars Hoffmann

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Die Aktionärinnen und Aktionäre der thyssenkrupp AG haben heute auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dem Spin-Off des bei TKMS zusammengefassten Marinegeschäfts des Konzerns zugestimmt. Im Zuge der Transaktion werden 49 Prozent der Anteile an der neuen TKMS AG & Co. KGaA direkt an die Aktionärinnen und Aktionäre übertragen. Die thyssenkrupp AG bleibt mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafterin und sichert so die strategische Steuerung und Stabilität von TKMS.

Wie thyssenkrupp-CEO Miguel Lopez bei der virtuell abgehaltenen Veranstaltung ausführte, hat sein Konzern im Augenblick keine Absichten, weitere Anteile an TKMS zu veräußern. Man wolle an TKMS als Ankeraktionär beteiligt bleiben und einen beherrschenden Einfluss auf das Unternehmen ausüben. Wie die Vertreter von thyssenkrupp heute deutlich machten, soll TKMS in der Gesamtbilanz des Konzerns konsolidiert werden.

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Im Rahmen der Abspaltung erhalten die Aktionärinnen und Aktionäre für je 20 Aktien der thyssenkrupp AG eine Aktie der neuen TKMS AG & Co. KGaA. Die Zuteilung erfolgt verhältniswahrend, das heißt, die Beteiligung an dem abgespaltenen Minderheitsanteil an TKMS entspricht der bisherigen Beteiligung an der thyssenkrupp AG. Die Börsennotierung der TKMS AG & Co. KGaA im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse ist noch im laufenden Kalenderjahr vorgesehen, womöglich noch im Oktober.

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Nach Aussage von Professor Siegfried Russwurm, Vorsitzender des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG, ist ein zentrales Element der neuen Struktur der direkte Zugang von TKMS zum Kapitalmarkt. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, dass TKMS aus eigener Kraft Wachstum finanzieren, neue Technologien entwickeln und Partnerschaften oder Akquisitionen gezielt realisieren kann.

Wie auf der Hauptversammlung erläutert wurde, haben Banken TKMS bereits einen Rahmen für Avale von über 2,5 Milliarden Euro eingeräumt. Überdies erhält der Marineschiffbauer bis 2028 eine Revolving Credit Facility von thyssenkrupp in Höhe von 300 Millionen Euro für die Sicherstellung der kurzfristigen Liquidität. Wie CFO Axel Hamann ausführte, benötigt TKMS im Augenblick jedoch keine externe Finanzierung, weder durch thyssenkrupp oder Dritte. Im Augenblick ist keine Beteiligung des Bundes an TKMS vorgesehen. Der Mutterkonzern zeigte sich jedoch offen für vertiefte Gespräche, sollte es sich die Regierung anders überlegen.

Die Verselbständigung von TKMS markiert laut Mutterkonzern einen zentralen Meilenstein im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der thyssenkrupp AG. Mit der Abspaltung eines Minderheitsanteils in Höhe von 49 Prozent verfolge der Konzern das Ziel, sich von einem breit aufgestellten Industriekonglomerat hin zu einer fokussierten, strategisch gesteuerten Holding zu entwickeln. Künftig solle die thyssenkrupp AG als schlanke Konzernführungsgesellschaft agieren, unter deren Dach eigenständige und unternehmerisch verantwortliche Beteiligungen vereint sind.

Lars Hoffmann