MANPADS – Schweden beschafft Piorun

Kristóf Nagy

Anzeige

Die schwedischen Streitkräfte haben das schultergestützte Flugabwehrraketensystem (MANPADS) vom Typ Piorun des zum staatlichen polnischen Rüstungskonzern PGZ gehörenden Unternehmens Mesko bestellt. Dies gab die für Beschaffung zuständige schwedische Rüstungsagentur (FMV) am 9. September in einer Mitteilung bekannt. Bereits im März 2025 hatte die FMV verkündet, dass mit dem Hersteller eine Absichtserklärung über einen möglichen Kauf unterschrieben wurde.

Laut Mitteilung wurde im Juli eine geringe Anzahl an Piorun-MANPADS bestellt. Der nun platzierte Auftrag hat FMV zufolge einen Gesamtwert von rund drei Milliarden schwedischen Kronen (etwa 270 Millionen Euro). Die Lieferung der nicht näher genannten Anzahl an Systemen soll der Mitteilung zufolge im ersten Quartal 2026 beginnen und bis 2027 abgeschlossen sein.

Anzeige

Das schultergestützte Flugabwehrraketensystem Piorun (Blitz) basiert auf dem 1995 bei den polnischen Streitkräften eingeführten Grom (Donner). Die Entwicklung begann 2010 und hatte zum Ziel, den Suchkopf, Wirkladungen und Reichweite zu verbessern. Zudem wurde die Störanfälligkeit verringert und die Software weiterentwickelt, um die Zuverlässigkeit und das an den jeweiligen Zieltyp angepasste Flugprofil zu verbessern.

Anzeige

Das 18,5 kg schwere System erlaubt die Bekämpfung von Zielen mit Flughöhen von 10 bis 4.000 m und einer maximalen Entfernung von 6.500 m.

Neben allen drei baltischen Ländern haben auch die USA eine geringe Anzahl an Piorun-MANPADS für Testzwecke bestellt. Norwegen hat das erste Los seiner von Mesko gefertigten MANPADS im Dezember 2023 erhalten und auch die Ukraine verwendet das Flugabwehrraketensystem, welches Polen als Hilfsleistung geliefert hat, im laufenden Krieg gegen Russland. Zudem gehört neben Polen seit Anfang 2024 auch Georgien zum Nutzerkreis des schultergestützten Flugabwehrraketensystems

Kristóf Nagy