Die in INTEC Industrie-Technik GmbH mit Hauptsitz in München will in Zukunft mit dem Unternehmen UVAD Technologies aus Kanada bei der Bereitstellung von Drohnen des Typs Falcon Supersonic UCAV (Unmanned Combat Air Vehicle) für den deutschen und europäischen Markt zusammenzuarbeiten. Wie aus einem Post von INTEC auf Linkedin hervorgeht, soll es sich bei der Falcon Supersonic um eine der wenigen Drohnen handeln, die im Überschallbereich fliegen.
Der Partner UVAD sei ein leistungsstarkes Unternehmen, mit dem INTEC kostengünstige und hochperformante Drohnen anbieten könne, die vielseitige Missionen durchführen und in den Dimensionen Luft, Land, See und CIR wirken, heißt es im Post. Basierend auf der hochmodernen digitalen Plattform von UVAD und unterstützt durch die Systemintegrationskompetenz von INTEC werde der Falcon die Luftkampffähigkeit in Deutschland und Europa neu gestalten. Der Hersteller UVAD gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 1,6 Mach und die Nutzlast mit 50 Kilogramm an. Das maximale Abfluggewicht liege bei weniger als einer halben Tonne.
Laut INTEC handelt es sich bei der Falcon um das weltweit einzige, kostengünstige Überschall-UCAV in Containerbauweise, das für Bedrohungssimulationen und fortgeschrittene Truppenübungen entwickelt wurde. Gestartet wird die Drohne von einem Katapult, die Landung erfolgt mit einem Fallschirm.
Allerdings soll die Drohne „attritable“ sein, also ein möglicher Verlust – je nach Auftrag – einkalkuliert werden. Möglich wird dies durch möglichst geringe Produktionskosten, die für die reine Plattform im niedrigen einstelligen Millionenbereich liegen sollen. Die Besonderheit des UCAV ist, dass es über zwei Jettriebwerke verfügt. Dem Vernehmen nach kommen diese Triebwerke von einem europäischen Hersteller. Gut informierten Kreisen zufolge ist der Erstflug der Falcon in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorgesehen, womöglich könnte bis 2029 die volle Funktionstüchtigkeit nachgewiesen werden. Wie es heißt, soll auch der US-Konzern Raytheon in das Projekt investiert haben. Wie auf der UVAD-Page zu sehen ist, kann die Falcon auch als Zieldarstellungsdrohne etwa für Marineanwendungen Verwendung finden und anfliegende Flugkörper simulieren.
Insider gehen davon aus, dass im Verteidigungsfall INTEC die Massenproduktion der Kampfdrohne hierzulande übernehmen könnte, was durch die Zulieferung der Triebwerke aus Europa erleichtert wird. Nachdem bereits nordamerikanische Unternehmen wie Boeing, Kratos, Anduril oder General Atomics alleine oder mit Partnern Interesse am deutschen Markt für Collaborative Combat Aircraft (CCA) bekundet haben kommen mit UVAD und INTEC zwei weitere Protagonisten dazu. Beobachter gehen davon aus, dass in Zukunft im modernen Luftkampf unterschiedliche Gewichts- und Leistungsklassen von UCAV und CCA benötigt werden, so dass nicht unbedingt alle Anbieter im direkten Wettbewerb miteinander stehen.
Lars Hoffmann
















