Tschechisches Verteidigungsministerium billigt Beschaffung von 44 Leopard 2 A8

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Das tschechische Verteidigungsministerin hat heute den Abschluss eines Nachtrags zum Rahmenvertrag über die Beschaffung von Kampfpanzern des Typs Leopard 2 A8 für das tschechische Heer genehmigt. Wie es in einer Mitteilung des Ministeriums weiter heißt, wird Verteidigungsministerin Jana Černochová den Entwurf, mit dem sich die Tschechische Republik verbindlich an die Rahmenvereinbarung des deutschen Verteidigungsministeriums mit dem Hersteller KNDS Deutschland anschließt, der Regierung vorlegen. Wenn der Kabinett dem zustimme, werden den Angaben zufolge die Unterzeichnung des Nachtrags zur Rahmenvereinbarung und die Übermittlung der verbindlichen Bestellung durch das Verteidigungsministerium in Prag in den kommenden Wochen erfolgen.

In der ersten Phase werden demnach 44 Kampfpanzer für 32,76 Milliarden CZK (nach aktuellem Wechselkurs rund 1,34 Milliarden Euro) inklusive Mehrwertsteuer gekauft. Gleichzeitig wird ein Vertrag über die sogenannte „Bohémisierung“ dieser Panzer für 1,49 Milliarden CZK inklusive Mehrwertsteuer abgeschlossen. Die Inflations- und Wechselkursreserve wurde auf 5 Milliarden CZK festgelegt.

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Im Kaufpreis für die 44 Panzer sind den Angaben zufolge eigene Schutz- und Minenabwehrsysteme sowie eine integrierte logistische Unterstützung einschließlich Ersatzteilen, Support-Management, Dokumentation und Schulungen enthalten. Der Rahmenvertrag ermögliche es dem Verteidigungsministerium, bis zu 58 Panzer in diesen Versionen zu erwerben. 14 Panzer werden je nach den finanziellen Möglichkeiten des Ministeriums gekauft.

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Das Verteidigungsministerium plane weiterhin den Kauf von bis zu 19 Panzern in vier weiteren Versionen (Pionier-, Berge-, Brücken- und Fahrschulpanzer). Für diese Anschaffung werden den Angaben zufolge separate Verträge abgeschlossen, sobald Deutschland die Verhandlungen mit den Lieferanten abgeschlossen habe. Insgesamt erhält die tschechische Armee somit mindestens 61 und maximal 77 Panzer vom Typ Leopard 2A8 in sechs Versionen.

Wie es in der Mitteilung heißt, beschafft das Verteidigungsministerium die Panzer zu den gleichen Bedingungen und in der gleichen Konfiguration wie die Bundeswehr. Ausgenommen davon sind Kommunikations- und Verbindungsmittel (sogenannte C4ISTAR – Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance, Target Acquisition and Reconnaissance), der Tarnanstrich, nationale Kennzeichen sowie Maschinengewehre für die 44 jetzt zu beschaffenden Panzer. Diese Komponenten werden im Rahmen der „Bohemisierung” ergänzt. Dafür wird der Kaufvertrag direkt mit dem Panzerhersteller KNDS abgeschlossen und umfasst auch Munition für Truppenversuche.

Im Juni letzten Jahres genehmigte die Regierung den ersten Schritt zum Beitritt zum Abkommen über die gemeinsame Beschaffung von „Leopard-2-A8-Panzern“ mit Deutschland, das den verbündeten Ländern die Möglichkeit bot, sich seinem Rahmenabkommen mit dem Panzerhersteller anzuschließen. Das gemeinsame Vorgehen bedeutet finanzielle und administrative Einsparungen. Der nächste Schritt ist laut Mitteilung der Abschluss eines konkreten Nachtrags zum Rahmenabkommen und die Übermittlung einer verbindlichen Bestellung. Die tschechischen Streitkräfte sollen die ersten Panzer im Jahr 2028 erhalten. Die Lieferungen sind bis 2031 geplant.

Der gemeinsame Kauf mit Deutschland und möglicherweise weiteren Staaten ermöglichte eine Senkung des Stückpreises der Panzer, wie das Ministerium ausführt. Die Tschechische Republik erhalte somit die Leopard 2 A8 zu denselben Konditionen wie die deutsche Armee, was bei einem Einzelkauf nicht möglich gewesen wäre. Aus wirtschaftlicher Sicht sei dies die effizienteste Art der Beschaffung.

Teil der Verhandlungen mit der deutschen Seite sei auch die Einbeziehung der tschechischen Verteidigungsindustrie. Die Vereinbarung über die industrielle Zusammenarbeit werde spätestens am Tag der Unterzeichnung des Hauptvertrags mit dem Panzerhersteller KNDS unterzeichnet. An dem Programm zur industriellen Zusammenarbeit werden demnach mindestens elf tschechische Unternehmen beteiligt sein.

Die tschechische Verteidigungsindustrie wird sich laut Mitteilung insbesondere an der Herstellung einzelner Panzerkomponenten beteiligen, sodass eine teilweise Lokalisierung der Lieferkette auch für weitere Kunden in der Tschechischen Republik erfolgen werde.

Die Vereinbarung sieht auch die Beteiligung eines tschechischen Unternehmens an der Sicherstellung des Lebenszyklus des Kampfpanzers vor. Die vereinbarte industrielle Zusammenarbeit wird einen Umfang von mindestens 1,3 Milliarden CZK (50 Millionen Euro) erreichen, mit einem potenziellen Wert der industriellen Zusammenarbeit in Höhe von 6,6 Milliarden CZK (270 Millionen Euro) bei der Lieferung von Panzern an weitere Staaten.
lah