Im politischen Berlin kursieren gegenwärtig Gerüchte, wonach das Verteidigungsministerium das Programm zur Beschaffung neuer Fregatten der Klasse 126 stoppen könnte. Ob es sich nur um einen temporalen Stopp oder gar den Abbruch des Gesamtprogramms handelt, bleibt aufgrund der Quellenlage naturgemäß offen. Das BMVg wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Gerüchten äußern. Wie aus Bundestagskreisen zu vernehmen ist, tauchen derartige Gerüchte immer wieder auf, entbehren jedoch vielfach der Substanz. Allerdings handelt es sich bei der F126 nach Einschätzung von Beobachtern um ein sehr komplexes Programm mit vielen Fußangeln und Risiken.
Rheinmetall-CEO Armin Papperger hatte sich bei einem Analysten-Call im Mai noch optimistisch gezeigt, dass Rheinmetall Naval noch im zweiten Quartal dieses Jahres einen Vertrag mit dem Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw zur Lieferung von Schiffen der Klasse F126, die schwerpunktmäßig für die U-Boot-Jagd vorgesehen sind, schließen könnte. Voraussetzung dafür ist allerdings die parlamentarische Billigung einer entsprechenden 25-Millionen-Euro-Vorlage vor der Sommerpause. Auf der Tagesordnung für die morgige vorletzte Sitzung des Haushaltsausschusses steht keine solche Vorlage, womit nur die letzte Sitzung im Juli für eine Billigung verbleibt.
Presseberichten zufolge verlangt Rheinmetall rund 12 Milliarden Euro von der Bundeswehr für die Übernahme des F126-Projektes von der niederländischen Damen Naval. Die Niederländer hatten wesentliche Projektmeilensteine verfehlt, weshalb das BMVg das Vorhaben an ein deutsches Unternehmen geben möchte. In der Folge werden die neuen Fregatten statt 2028 frühestens Anfang der 2030er-Jahre zulaufen.
Zu den 12 Milliarden Euro, die Rheinmetall den Berichten zufolge fordern soll, kommen nochmal rund 2 Milliarden Euro, die der Bund bereits für das Projekt bezahlt hat. In Fachkreisen wird spekuliert, dass die 12 Milliarden bereits sehr knapp kalkuliert sein könnten, da bei den Unterauftragnehmern über die Jahre hohe Kosten aufgelaufen sind, die womöglich noch nicht eingepreist sind. Schon nach aktueller Rechnung müsste der Bund für jede der sechs Fregatten mehr als 2 Milliarden Euro ausgeben – eine hohe Summe für ein Schiff dieser Klasse.
Als Brückenlösung bis zur Ablieferung der F126 hat das BMVg die Beschaffung von vier Fregatten der Klasse MEKO A-200 bei TKMS eingeleitet, von denen die erste bereits Ende 2029 an die Marine übergeben werden soll. TKMS stützt sich dabei auf ein Design, das in der Vergangenheit für eine australische Ausschreibung genutzt wurde.
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