F126: Rheinmetall will 2028 Typschiff in die Endausrüstung geben

Lars Hoffmann

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Die neue Rheinmetall-Division Naval Systems – die ehemalige Naval Vessels Lürssen – will als neuer Generalunternehmer für die Fregatten der Klasse 126 die Bauzeit der Schiffe spürbar verkürzen. „Wir wollen den Fertigungsablauf zusätzlich beschleunigen und gemeinsam mit dem Kunden die Abnahmeprozesse – bei vollumfänglicher Gewährleistung der Einsatzreife – deutlich verschlanken“, teilte eine Rheinmetall-Sprecher auf Nachfrage von hartpunkt mit. Das Unternehmen prüfe „bestmögliche Optionen“, zum Beispiel durch eine konzentrierte und konsolidierte Abnahme der Waffen- und Einsatzsysteme.

Rheinmetall und das BMVg planen, die Verantwortung als Generalauftragnehmer für das Fregattenprojekt von der niederländischen DAMEN-Werft auf Rheinmetall zu übertragen. Das Vorhaben hatte sich um mehrere Jahre verzögert, weil unter anderem aufgrund von Software-Problemen die Konstruktionspläne nicht in der benötigten Qualität aus den Niederlanden an die deutschen Bauwerften übertragen werden konnten.

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Laut dem Rheinemetall-Sprecher ist es gelungen, die Konstruktionsdaten der niederländischen DAMEN erfolgreich in das eigene System zu übertragen. Damit sei die Schnittstelle zwischen Konstruktion und Fertigung geschlossen. „Die Daten sind erfolgreich übertragen und sorgen bereits heute für einen beschleunigten Hochlauf der Produktion in den Werfthallen.“ Ob noch weitere Design-Arbeiten am Entwurf erfordelich sind, ließ der Sprecher offen.

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„Unser gemeinsames Ziel ist es, bereits Anfang 2028 ein vorausgerüstetes Typschiff zur Endausrüstung, Inbetriebnahme und Erprobung an unseren Standort Hamburg zu überführen.“ Sollten sich die Abnahmeprozesse verschlanken lassen, wäre laut Rheinmetall ein Zulauf des ersten Schiffes im Jahr 2031 realisierbar.

Zuvor müsste Rheinmetall Naval jedoch Generalauftragnehmer für das Projekt werden. Nach erfolgreichem Abschluss des Prüfverfahrens werde das Unternehmen voraussichtlich in wenigen Wochen als Generalunternehmer in den F126-Vertrag eintreten, teilte der Sprecher dazu mit. Rheinmetall-CEO Armin Papperger hatte vor wenigen Tagen bei einer Telefonkonferenz mit Analysten gesagt, dass er hoffe, in den kommenden zwei oder drei Monaten eine finale Entscheidung zur F126 zu haben, damit Rheinmetall den Auftrag buchen könne.

In der Vergangenheit war die Rede davon, dass der Führungswechsel beim F126-Projekt im kommenden Monat erfolgen könnte. Dazu teilte ein Sprecher des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw auf Nachfrage von hartpunkt mit, dass Ende April die Bewertungsphase ende. „Bis dahin muss der potentielle Auftragnehmer signalisieren, ob er den zukünftigen Vertragsbedingungen nachkommen kann. In der Folge wird dies noch vertraglich festgelegt.“ Sobald hierzu ein finaler Entschluss getroffen worden sei, werde die Öffentlichkeit darüber informiert.

Der BAAINBw-Sprecher bestätigte, dass das Amt nach dem geplanten Wechsel des Generalunternehmers gemeinsam mit dem neuen Auftragnehmer „im Rahmen einer Beschleunigungs- und Optimierungsphase abstimmen wolle, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um eine schnellstmögliche Auslieferung zu ermöglichen, ohne die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten zu gefährden.“

Gegenwärtig fährt das Verteidigungsministerium jedoch zweigleisig, um möglichst schnell neue Fregatten zu erhalten. So haben der Marineschiffbauer TKMS und das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw Anfang Februar einen Vorvertrag für das Projekt zur Beschaffung von Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU unterzeichnet. Der Vorvertrag diene dazu, die Ablieferung des ersten Schiffes bis Ende 2029 zu ermöglichen und zentrale vorbereitende Maßnahmen einzuleiten, teilte TKMS mit. Die Unterzeichnung des Vorvertrags markiere den offiziellen Projektstart der MEKO A-200 DEU, so das Unternehmen. Damit sei jedoch noch kein offizieller Bauvertrag verbunden, die Entscheidung hierzu stehe noch aus. Über den Vorvertrag sind den Angaben zufolge zunächst Beschaffungen und Arbeiten mit einem Umfang von bis zu 50 Millionen Euro bis Ende März abgedeckt.

Um die Arbeiten an den MEKO-Schiffen über März hinaus fortzusetzen, soll in der kommenden Woche im Verteidigungs- und Haushaltsausschuss der erste „Änderungsvertrag zum Vorvertrag zur Absicherung der Terminschiene MEKO A-200 DEU sowie weitere teilweise Aufhebung der qualifizierten Sperre der Ausgaben im Wirtschaftsplan 2026 des Sondervermögens“ behandelt werden. Dazu werden weitere Mittel in Höhe von insgesamt 240 Millionen Euro bereitgestellt.

Bastian Ernst, Mitglied im Verteidigungsausschuss und Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Marine, begrüßt die Planungen von Rheinmetall Naval zur beschleunigten Ablieferung der F126. Jetzt müsse auch das BAAINBw dazu beitragen, dass die Zulassung der Schiffe schnell erfolge, sagt Ernst. Sollten die MEKO-Fregatten bereits 2029 zulaufen, erfülle die Bundesrepublik die Forderungen der NATO, so der CDU-Politiker.

Lars Hoffmann