Start-up INLEAP Photonics aus Hannover entwickelt Laser zur Abwehr von Drohnen

Lars Hoffmann

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Das niedersächsische Start-up INLEAP Photonics arbeitet an einem neuen augensicheren Lasersystem zur Abwehr von Drohnen. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt, entwickelt es seine zunächst auf industrielle Anwendungen fokussierte Hochpräzisions-Technologie für sicherheitskritische Einsatzszenarien weiter: Die „INLEAP FASTLIGHT“-Technologie lenke Laserstrahlen bis zu 2.500mal schneller als herkömmliche Lösungen. Damit lassen sich den Angaben zufolge die Additive Fertigung und Batteriezellenproduktion signifikant beschleunigen. Auf Basis dieser Hochpräzisionstechnik sei die Technologie zu einem laserbasierten Gesamtsystem weiterentwickelt, das eine sichere und effektive Drohnenabwehr ermögliche.

Nach Aussage von Marius Lammers, CEO von INLEAP Photonics mit Sitz in Hannover, ist der Betrieb in Bezug auf das Streulicht augensicher und weist einen geringen Gefahrenradius auf, da der projezierte Lichtfleck hinter dem Ziel wieder auseinanderläuft. Wie er im Gespräch mit hartpunkt erläuterte, trifft bei dem entwickelten System ein extrem kleiner Lichtfleck mit hoher Energie eine Drohne an einer Schwachstelle, die zuvor – etwa durch Abtasten der Drohnenoberfläche – identifiziert wurde. Zur Detektion der Drohnen kann das System nach Angaben von Lammers Radar, Akustiksensoren oder eine Elektrooptik nutzen. Bei Tests seien Drohnen in einer Entfernung von über 100 Metern in weniger als 0,2 Sekunden vom Himmel geholt worden.

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Wie der Manager weiter ausführte, weist das System gegenwärtig einen Technischen Reifegrad (TRL) von 6 auf. In den kommenden Jahren wolle man das Produkt auf TRL 8 bringen und bis 2029 mit TRL 9 für die Serienproduktion bereit sein. Ein Fokus der Entwicklung liege dabei auf der Weiterentwicklung der Software. Der Laser, der aufgrund der verwendeten Technologie weniger als 10 Kilowatt Ausgangsleistung benötigt, sei sehr kompakt und könne leicht transportiert werden, betonte Lammer. Nach seinen Angaben passen Lasersystem und Stromversorgung auf zwei Euro-Paletten, wobei die Energiequelle aus Batterien sowie einem Dieselaggregat zum Aufladen der Akkumulatoren bestehe.

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Das im Jahr 2023 aus dem Laser Labor in Hannover hervorgegangene Start-up mit zehn Mitarbeitern konzentriert sich gegenwärtig auf die Drohnenabwehr. Das Ziel ist es, Unbemannte Luftfahrzeuge der Klassen 1 und 2 bekämpfen zu können, sowohl zum Schutz der zivilen Infrastruktur als auch für militärische Anwendungen. Nach Aussage von Lammers ist INLEAP Photonics regelmäßig zu Tests auf militärischen Übungsplätzen zu Gast und befindet sich im Austausch mit der Bundeswehr. Die Komponenten für das System können seinen Worten nach vollständig in Europa gesourct werden, wobei keine Teile genutzt werden, die der US-Exportkontrolle nach ITAR unterliegen.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr eine Finanzierungsrunde unter Führung des High-Tech Gründerfonds (HTGF) abgeschlossen. An der Runde beteiligten sich zudem Ventis Capital sowie mehrere private Investoren.

Lars Hoffmann