Spanische Marine und Navantia entwickeln eine Luftverteidigungsfregatte zur Erweiterung der F110-Klasse

Anzeige

Die spanische Marine und die Staatswerft Navantia arbeiten gemeinsam an der Konzeption einer neuen Fregatte, die eine Weiterentwicklung der bestehenden F110-Klasse darstelle und über verbesserte Fähigkeiten zur Luftverteidigung und Flugkörperabwehr (Integrated Air and Missile Defence, IAMD) verfügen solle. Ziel sei es, die bestehende Fregattenklasse F110 „Bonifaz“ weiterzuentwickeln, schreibt Navantia in einer Mitteilung.

Die Arbeiten bauen demnach auf dem F110-Programm auf, das sich gegenwärtig in der Umsetzung befindet. Die künftige Ausführung mit der Bezeichnung F110 IAMD soll die Fähigkeiten der Plattform zur Luftverteidigung und Flugkörperabwehr erheblich verbessern. Gleichzeitig sollen die Vielseitigkeit, die Fähigkeiten zur U-Boot- und Überwasserseekriegsführung sowie die digitale Architektur erhalten bleiben, die diese neue Fregattengeneration kennzeichnen.

Anzeige

Angestrebt werde eine Plattform, mit der ein breites Spektrum von Bedrohungen aus der Luft sowie ballistische Raketen und Marschflugkörper gleichzeitig und koordiniert bekämpft werden können. Darüber hinaus sollen die Schiffe Aufgaben der weiträumigen Luftverteidigung, der Eskorte besonders wichtiger Einheiten und der Koordinierung der Luftverteidigung innerhalb eines Marineeinsatzverbands übernehmen können. Die höhere Geschwindigkeit und größere Ausdauer sollen zudem den Einsatz bei längeren Missionen und besonders anspruchsvollen multinationalen Operationen erleichtern.

Anzeige

Die Kampfkraft der Schiffe soll durch eine erweiterte Kapazität an vertikalen Startsystemen, die für unterschiedliche Flugkörpertypen ausgelegt sind, sowie durch eine an die jeweiligen Einsatzanforderungen anpassbare Bewaffnung verbessert werden. Überdies ist die Weiterentwicklung des bisherigen Führungs- und Waffeneinsatzsystems zum SCOMBA New Generation (NG) vorgesehen, das in einer Cloud-Architektur betrieben werden soll. Es könne Sensoren, Waffen, autonome Systeme (UxS), Bordsysteme und Datenverbindungen integrieren.

Die Fregatte soll für die vollständige Integration in Einsatzverbände der NATO und der Europäischen Union ausgelegt werden. Eine offene, skalierbare und cybersichere Architektur soll die Integration neuer Sensoren, Wirkmittel und Lösungen zur Abwehr von Raketen der nächsten Generation und unbemannten Systemen ermöglichen.

Die Fähigkeiten zur U-Boot- und Überwasserseekriegsführung, zur elektronischen Kampfführung und zur Abwehr asymmetrischer Bedrohungen bleiben erhalten, wie Navantia ausführt. Hinzu kommen ein Mehrzweckbereich für Missionsmodule, Platz für einen zweiten Hubschrauber und die Möglichkeit, unbemannte Fahrzeuge mitzuführen.

Mithilfe des digitalen Zwillings, zustandsbasierter Instandhaltung und des integrierten Plattformmanagementsystems sollen den Angaben zufolge mögliche Probleme frühzeitig erkannt, die Versorgung über die gesamte Nutzungsdauer optimiert und die Ausbildung der Besatzung unterstützt werden. Dies soll die Verfügbarkeit und Effizienz der Schiffe erhöhen.

Die endgültige Konfiguration werde in enger Zusammenarbeit zwischen der spanischen Marine, dem Verteidigungsministerium und Navantia festgelegt, schreibt das Unternehmen. Maßgeblich seien dabei die operativen Anforderungen und das entsprechende Beschaffungsverfahren.
lah