Die französische Rüstungsbehörde (Direction générale de l’armement, DGA) hat über die europäische Rüstungsagentur OCCAR vier weitere Feuereinheiten des bodengestützten Luftverteidigungssystems SAMP/T NG der neuen Generation für mittlere und große Reichweiten beim Gemeinschaftsunternehmen Eurosam bestellt, an dem MBDA und Thales beteiligt sind.
Wie das französische Verteidigungsministerium in einer Mitteilung schreibt, handelt es sich bei SAMP/T NG um den Nachfolger des französisch-italienischen SAMP/T-Systems (auch „Mamba“ genannt), das derzeit bei den französischen Luft- und Weltraumstreitkräften im Einsatz ist. Das neue System biete die Fähigkeit, sich gegen Bedrohungen aus der Luft wie Flugzeuge, Drohnen und Flugkörper einschließlich ballistischer Raketen zu verteidigen.
Laut Ministerium erhöht sich mit dieser Bestellung die Zahl der Feuereinheiten der neuen Generation, über die die französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte verfügen werden, auf zwölf. Zehn davon sollen bis Ende 2030 ausgeliefert werden. Ein erstes SAMP/T-NG-System wurde laut Mitteilung Anfang 2026 ausgeliefert.
Das 2021 gestartete Programm SAMP/T NG wird im Rahmen einer Kooperation zwischen Frankreich und Italien entwickelt. Es soll die bodengestützten Luftverteidigungsfähigkeiten angesichts einer zunehmenden Zahl von Bedrohungen weiterentwickeln.
Nach Angaben der OCCAR werden die neuen Feuereinheiten Führungs- und Feuerleitmodule (C2) der nächsten Generation, multifunktionale Ground-Fire-Radarsensoren (GF300) von Thales sowie neue Startgeräte erhalten, die zum Abschuss von Aster-Flugkörpern geeignet sind. Die Systeme sollen auf die Fähigkeiten des neuen Flugkörpers Aster B1NT abgestimmt sein.
Das neue SAMP/T NG wird laut Ministerium in Verbindung mit dem künftigen Flugkörper Aster B1NT das einzige europäische bodengestützte Luftverteidigungssystem sein, das ballistische und hypersonische Bedrohungen abfangen kann.
Wie es weiter heißt, wurde SAMP/T NG bereits von weiteren Kunden bestellt. Neben Frankreich und Italien haben sich auch Dänemark und die Ukraine für das System entschieden. Darüber hinaus haben laut Mitteilung weitere Staaten ihr Interesse an diesem europäischen System bekundet.
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