Spähfahrzeug Next Generation – aus Korsak wird Luchs 2

Waldemar Geiger

Anzeige

Die Bundeswehr hat sich dem Vernehmen nach auf einen endgültigen Namen für das Spähfahrzeug Next Generation festgelegt. Nachdem das Fahrzeug zwischenzeitlich unter dem Projektnamen „Korsak“ geführt wurde, soll der finale Name „Luchs 2“ lauten, wie hartpunkt aus mehreren gut unterrichteten Kreisen bestätigt wurde.

So hatte bspw. Hensoldt-CEO Oliver Dörre, dessen Unternehmen sich für die Sensorik des Fahrzeuges verantwortlich zeichnet, gestern im Rahmen eines Medienbriefings das Fahrzeug als Luchs 2 bezeichnet. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wollte die Festlegung auf den Namen Luchs 2 auf Nachfrage von hartpunkt weder bestätigen noch dementieren. Aus Insiderkreisen heißt es, dass der endgültige Name das Ergebnis eines internen „Wettbewerbs“ in der Heeresaufklärungstruppe ermittelt wurde, bei dem vier potenzielle Namen zur Auswahl standen. Die Bezeichnung Luchs 2 ist dabei offenbar als Sieger hervorgegangen.

Anzeige

Mit dem Spähfahrzeug Next Generation beabsichtigt die Bundeswehr, einen Teil der derzeit von den Heeresaufklärungstruppen genutzten Spähwagen leicht 4-Rad Fennek durch einen durchsetzungsfähigen Radspähpanzer abzulösen, der höchste Mobilität mit modernster Aufklärungs- und Kommunikationstechnik in einem System vereint. Die parlamentarische Befassung für das Vorhaben ist dem Vernehmen nach für die Oktober 2025 terminiert.

Anzeige

Wie hartpunkt bereits in Vergangenheit berichtet hat, soll das zukünftige Spähfahrzeug auf Basis einer 6×6-Piranha-Radplattform des europäischen Rüstungskonzerns General Dynamics European Land Systems (GDELS) realisiert werden. GDELS hatte vor wenigen Wochen erstmals eine Grafik veröffentlicht, auf der mehrere Merkmale des Fahrzeuges erkennbar sind, hartpunkt berichtete.

Auf der gezeigten Grafik sind mehrere Merkmale des zukünftigen Hauptmobilitäts- und Funktionsträgers der fahrzeuggebundenen Spähaufklärung der „Bundeswehr-Kavalleristen“ erkennbar. So sind beispielsweise die für den Schwimmbetrieb notwendigen Propeller am Fahrzeugheck sowie der Schwallschild am Bug deutlich sichtbar. Diese verleihen dem Fahrzeug die Fähigkeit stehende und fließende Gewässer zu überqueren, um so auch eine breitere Auswahl an „Anmarschwegen“ ins Aufklärungsziel wählen zu können. Erkennbar ist zudem der Sensormast an der rechten Seite des Fahrzeughecks, welcher dem Vernehmen nach über eine stabilisierte Sensorik verfügen soll und so auch während der Fahrt genutzt werden kann. Dabei soll es sich offenbar um eine als BAA IV bezeichnete Sensoranlage von Hensoldt handeln, zu der es derzeit noch keine öffentlich zugänglichen Informationen gibt. Auf der linken Seite des Fahrzeughecks befindet sich ein weiterer Mast der dem Anschein nach einen ESM-Sensor trägt.

Auch wenn „Feldstecher“ und „Funkgerät“ die eigentlichen „Hauptwaffensysteme“ des Aufklärungssoldaten darstellen, wird das Spähfahrzeug Next Generation über eine stabilisierte Waffenanlage im von der Bundeswehr vorgegebenen Kaliber 25 x 137 mm verfügen. Genutzt wird gut informierten Kreisen zufolge die Rheinmetall-Maschinenkanone vom Typ KBA, welche in einem unbemannten Turm verbaut ist, der durch den slowenischen Turmspezialisten Valhalla Turrets entwickelt wurde. Verantwortlich für den Bau des Turmes ist aber offenbar Rheinmetall Electronics aus Bremen.

Erkennbar ist zudem ein 360-Grad-Sichtsystem sowie unterschiedliche Antennen, die darauf hindeuten, dass das Fahrzeug sowohl über die Fähigkeit der Satellitenkommunikation sowie der weitreichenden Kommunikation mittels Kurzwelle verfügt. Auch Antennen für den taktischen UHF-/VHF-Funk sind erkennbar.

Waldemar Geiger