Rheinmetall mit der Lieferung des MK-Turmes für das Spähfahrzeug Luchs 2 beauftragt

Waldemar Geiger

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall ist von General Dynamics European Land Systems (GDELS) mit der Lieferung des Turmes, der Hauptbewaffnung und zugehöriger Simulatoren für das Spähfahrzeug Luchs 2 beauftragt worden, der ab 2029 dem Deutschen Heer zulaufen soll. GDELS fungiert bei dem Vorhaben als Generalauftragnehmer und wurde im Oktober 2025 vom Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw mit der Lieferung von 274 Spähfahrzeugen des Typs Luchs 2 beauftragt, hartpunkt berichtete.

Wie Rheinmetall in einer heute veröffentlichten Mitteilung schreibt, wurde bereits Anfang Februar ein entsprechender Vertrag zwischen GDELS und Rheinmetall mit einem Gesamtauftragswert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich unterzeichnet.

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Wie es in der Mitteilung heißt, wird der größte Anteil des Luchs-2-Auftragspaketes durch die Rheinmetall Electronics GmbH in Bremen erfüllt. Bis 2031 sollen zunächst 274 CT-025-Türme geliefert werden. Der Verweis auf „zunächst“ hängt offenbar mit der Option zusammen, die im Luchs-2-Rahmenvertrag enthalten ist. Bei Bedarf kann die Bundeswehr 82 weitere Spähfahrzeuge aus dem Vertrag abrufen.

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Rheinmetall verweist darauf, dass der Auftrag den ersten Großauftrag für dieses neu entwickelte modulare, unbemannte Turmsystem darstellt, wobei der Luchs 2 eine gemäß den spezifischen Anforderungen der Bundeswehr modifizierte Version des CT-025 erhalten wird. „Der neu entwickelte Rheinmetall-Turm bildet eine technologische Basis-Plattform für unterschiedliche Einsatzprofile und vereint hohe Einsatzfähigkeit mit maximaler Anpassung an die operativen und logistischen Erfordernisse“, schreibt das Unternehmen in der Mitteilung.

Modernste Sensorik und digitale Vernetzung verleihen dem Turm nach Angaben von Rheinmetall seine besondere Stärke: „Ein stabilisiertes Sichtsystem ermöglicht die präzise Bekämpfung von Boden- und Luftzielen – einschließlich Drohnen (UAVs). Die vollständig digitalisierte Feuerleitanlage mit inertialer Waffenstabilisierung, Ballistikrechner und GVA/NGVA-kompatiblen Schnittstellen sorgt für höchste Zielgenauigkeit – auch während der Bewegung. Weiterhin verfügt die Bundeswehr-Version des CT-025 über eine Turmluke und bietet ballistischen Schutz beim Führen über Luke. Um das geforderte Maximalgewicht einzuhalten, wurde der Munitionsvorrat missionsgerecht angepasst“, so das Unternehmen.

Weiterhin wurde das Höhenprofil optimiert, um die Querschnittlichkeit zu luftbeweglichen Waffenträgern (LuWa) sicherzustellen. Ursprüngliche Pläne der Streitkräfte sahen es vor, den Turm über das LuWa-Vorhaben zu rüsten, dieses wurde jedoch angehalten, hartpunkt berichtete. Beobachter des Beschaffungsvorhabens sind zudem skeptisch, dass es zu einem Neuansatz kommen wird.

Als Bewaffnung für den Turm kommt die 25mm-Maschinenkanone Oerlikon KBA 25 zum Einsatz. Bei der Oerlikon KBA handelt es sich um eine Maschinenkanoe im Kaliber 25 x 137 mm, die für eine Feuerunterstützung auf mittlere Distanzen optimiert ist und über effektive Reichweite von bis zu 2.700 Metern verfügt. Rheinmetall gibt an, bereits über 6.000 KBA-Kanonen produziert zu haben, die über drei Feuermodi und eine Doppelgurtzuführung verfügen. Dank des Doppelgurtzuführers können zwei verschiedene Munitionstypen in dieselbe Waffe geladen werden. Rheinmetall gibt die Kadenz der Waffe mit bis zu 600 Schuss pro Minute an. Als weitere Feuermodi stehen der Einzelschuss sowie der schnelle Einzelfeuer-Modus (RSS) mit 175 Schuss pro Minute zur Verfügung. Das Munitionsportfolio umfasst Rheinmetall zufolge panzerbrechende APFSDS-T-Geschosse, Deformations-Geschosse und HEI-T-Sprengbrandgeschosse sowie die neueste Anti-UAV-Munition mit Selbstzerlegefunktion für den Einsatz gegen Drohnen. Rheinmetall schreibt zudem, dass die panzerbrechende Munition der Waffe die Panzerung der meisten modernen Schützenpanzer durchdringen kann, was nicht erwähnt wird ist die Entfernung, bei der dies der Fall ist.

Neben den Türmen und den Waffenanlagen wird Rheinmetall zudem sechs sogenannte Ausbildungsgeräte Gefechtssimulation für den Fahrzeuggebundenen Spähtrupp (AGFS) an GDELS liefern. Das Referenzsystem soll Mitte 2028 ausgeliefert werden und später auf den gleichen Stand wie die fünf Seriengeräte hochgerüstet werden. Zudem wird die Luchs-2-Flotte durch Rheinmetall in das Duellsimulator AGDUS-Livesimulation (Ausbildungsgerät) der Bundeswehr eingebunden.

Das AGFS bildet Herstellerangaben nach als hochrealistischer Simulator das Gefechtsfeld ab. „Durch die präzise Nachbildung wesentlicher Elemente wie Fahrzeuglogik, Sensorik und Ballistik wird eine besonders realitätsnahe Ausbildung ermöglicht – „Train as you fight“ steht im Zentrum der Konzeption. Die AGFS werden so konzipiert, dass eine Vernetzung mit anderen AGFS oder anderen kompatiblen Simulatoren möglich ist. Rheinmetall entwickelt das AGFS auf der gleichen technologischen Basis wie die bereits unter Vertrag genommenen Schieß- und Gefechtssimulatoren für den Schützenpanzer Puma, den Schweren Waffenträger und den Radschützenpanzer Schakal“, schreibt das Unternehmen.

Waldemar Geiger