Die Direktion für Verteidigungsforschung und -entwicklung (DDR&D) des israelischen Verteidigungsministeriums (Israel Ministry of Defense; IMOD) und der Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems haben gestern im Rahmen einer Zeremonie in der Rafael-Zentrale im Norden Israels das erste „Iron Beam“-Lasersystem an die Israel Defence Forces (IDF) übergeben.
Wie IMOD in einer Mitteilung schreibt, hat das System seine Wirksamkeit in einer umfangreichen Testreihe gegen verschiedene Bedrohungen unter Beweis gestellt und Raketen, Mörserpatronen und unbemannte Luftfahrzeuge erfolgreich abgefangen. Iron Beam werde in die israelische Luftwaffe integriert und als ergänzende Komponente zu den Systemen Iron Dome, David’s Sling und Arrow in das mehrschichtige Luftverteidigungssystem Israels aufgenommen.
Das Iron Beam-System stelle einen globalen technologischen und technischen Durchbruch dar, so Rafeael. Es handele sich um ein Hochleistungslasersystem, das zur Abwehr verschiedener Luftbedrohungen entwickelt wurde. Das System verfügt den Angaben zufolge über eine fortschrittliche Laserquelle und ein einzigartiges elektrooptisches Zielsystem, das das Abfangen einer Vielzahl von Zielen in einem erweiterten Einsatzbereich mit maximaler Präzision und großer Effizienz ermögliche. Ein Hauptvorteil des Lasersystems seien dabei die geringen Kosten pro Einsatz.
Den Angaben zufolge hat die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des IMOD in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Hauptauftragnehmer Rafael die Entwicklung des Systems vorangetrieben. Weitere Partner seien Elbit Systems, das für die Laserquelle verantwortlich sei, sowie andere Verteidigungsunternehmen, darunter SCD und Shafir Systems.
Nach Aussage von IMOD-Generaldirektor Amir Baram markiert die Auslieferung des ersten Iron Beam-Systems an die Streitkräfte den Abschluss der ersten Phase – den Übergang von der Entwicklung zur Serienfertigung. Wobei zahlreiche weitere Systeme bereits in Produktion seien. „Dies ist nur der Anfang einer technologischen Revolution. Während die Produktion weiterläuft, treiben wir bereits die Entwicklung von Verteidigungssystemen der nächsten Generation für den Einsatz zu Lande und in der Luft voran“, so Baram. Iron Beam erweitere nun die mehrschichtige Verteidigungsarchitektur Israels um eine weitere Ebene und werde voraussichtlich sowohl die Fähigkeit zur Abwehr komplexer Bedrohungen als auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis zwischen Abfangen und Bedrohung erheblich verbessern.
Iron Beam
Bei Iron Beam handelt es sich um ein bodengestütztes Luftverteidigungssystem, das gegen verschiedene Bedrohungen aus der Luft eingesetzt werden kann, darunter Raketen, Mörserpatronen, Drohnen und Marschflugkörper.
Iron Beam besteht Herstellerangaben zufolge aus einem Radar-Aufklärungssystem, einem Feuerleitsystem und einem Hochenergie-Laser-Effektor der Klasse 100 kW. Vormals bekundete Absicht der israelischen Streitkräfte war es, Iron Beam im Verbund mit den aktuellen bodengestützten Luftverteidigungssystemen des Landes – Arrow, David’s Sling und Iron Dome – einzusetzen und Ziele im Kurzstreckenbereich zu bekämpfen. Dem israelischen Verteidigungsministerium zufolge soll es dazu in Ergänzung mit dem Raketenabwehrsystem Iron Dome eingesetzt werden. Die Systemreichweite wird Rafael zufolge mit bis zu zehn Kilometern angegeben.
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