Die Entwicklung und Beschaffung des zukünftigen Bundeswehrkampfpanzers, der bis zur Einführung des Main Ground Combat Systems (MGCS) die Leopard-2-A8-Flotte ergänzen soll, wird offenbar durch die PSM Projekt System & Management GmbH erfolgen. Dabei handelt es sich um ein 50:50-Joint-Venture von KNDS Deutschland und Rheinmetall. Dies lässt sich aus einer aktuellen Pressemitteilung des Bundeskartellamtes schließen. Demnach hat die Behörde heute der Erweiterung des bestehenden Gemeinschaftsunternehmens zugestimmt.
„Die bisherige organisatorische Struktur von PSM soll künftig auch für einen noch zu vergebenden Auftrag der Bundeswehr zur Entwicklung und Lieferung eines neuen Kampfpanzers genutzt werden. Dieser Kampfpanzer ist als Zwischenlösung vorgesehen, bis ab voraussichtlich 2045 ein im deutsch-französischen Verbund entwickelter neuer Hauptkampfpanzer ausgeliefert wird“, heißt es in der Mitteilung wörtlich.
Wie es in der Mitteilung weiter heißt, hat die Bundeswehr als Auftraggeber konkrete Vorstellungen bezüglich der erforderlichen Waffensysteme, die die Unternehmen nur gemeinsam erfüllen können. Es soll sichergestellt werden, dass die Bundeswehr bereits in wenigen Jahren erste Fahrzeuge erhalten kann.
Brückenlösung
Frühere Aussagen der Bundeswehr lassen darauf deuten, dass beginnend ab den 2030er Jahren ein moderneres System eingeführt werden müsse, welches in seiner Leistungsfähigkeit dem aktuellen Bedrohungsstand angepasst ist und im Vergleich zum A8 über zusätzliche Fähigkeiten verfügt. Dieser Kampfpanzer soll dann als Brückenlösung bis zur Einführung des MGCS dienen. Es wird offenbar mit einer Nutzungszeit von rund 25 Jahren geplant.
Beobachter gehen davon aus, dass die Streitkräfte einen Gesamtbedarf in Höhe einer mittleren dreistelligen Anzahl an diesen Kampfpanzern haben. Es wird jedoch damit gerechnet, dass in einem ersten Schritt eine niedrige dreistellige Zahl von Systemen beauftragt wird, mit denen ältere Varianten des Leopard 2 ersetzt werden könnten.
Die genaue Ausprägung dieses Kampfpanzertyps soll frühstens Ende 2026 getroffen werden, wenn die Ergebnisse unterschiedlicher F&T-Studien vorliegen, die derzeit durchgeführt werden. Die Bundeswehr hat dazu Anfang des Jahres unter anderem die Unternehmen KNDS Deutschland, Rheinmetall und Hensoldt mit technischen Studien zur Entwicklung eines leistungsgesteigerten Triebwerks, 130mm-Munition in verschiedenen Sorten, eines neuartigen Schutzsystems und einer automatischen Feldjustieranlage für den Leopard-2-Kampfpanzer beauftragt, hartpunkt berichtete.
Waldemar Geiger


















