Die polnische Rüstungs- und Beschaffungsagentur Agencją Uzbrojenia hat den zum Rüstungskonzern PGZ gehörenden Minenhersteller Bydgoskie Zakłady Elektromechaniczne „Belma” S.A. heute mit der Herstellung und Lieferung von mehreren zehntausend Minenkassetten – eine Kassette enthält fünf Panzerabwehrwurfminen des Typs MN-123 – beauftragt. Wie aus einer heute veröffentlichten Meldung der Agencją Uzbrojenia hervorgeht, beläuft sich der Auftragswert auf 3,4 Milliarden Złoty (brutto), was umgerechnet rund 800 Millionen Euro entspricht.
Die Wurfminen sollen der Meldung zufolge in den Jahren 2027 bis 2029 geliefert werden und sind für die Nutzung durch das radgestützte Minenwurfsystem Baobab-K sowie den aktuellen Minenwurfpanzer Kroton wie auch den zukünftigen Baobab-G vorgesehen.
Die Beschaffung der Kampfmittel soll die Fähigkeit der polnischen Streitkräfte stärken, größere Geländeabschnitte schnell sperren zu können. Angepasst an die taktische Lage können mit den Minenwurfsystemen Wurfminensperren unterschiedlicher Dichte dynamisch angelegt werden.
„Die moderne Systemarchitektur gewährleistet einen hohen Automatisierungsgrad des Minenverlegungsprozesses – von der Programmierung der Parameter bis zur Erfassung der Koordinaten des Minenfeldes in digitalen Systemen. Gleichzeitig behält der Bediener die Möglichkeit der manuellen Steuerung, was die Flexibilität des Einsatzes unter Kampfbedingungen erhöht“, heißt es in der Mitteilung der Agencją Uzbrojenia.
Jedes der aktuell in Nutzung sowie im Zulauf befindlichen Minenwurfsysteme ist nach Angaben der polnischen Streitkräfte in der Lage, 600 Panzerabwehrminen des Typs MN-123 mitzuführen. Dafür verfügen die Minenwerfer über insgesamt sechs Werfereinheiten, die jeweils 10 Minenkassetten a 5 Wurfminen aufnehmen können. Die MN-123 Panzermine hat eine Masse von 3,5 kg bei einem Durchmesser von 180 mm. Laut Hersteller ist die Mine mit einer Sicherung gegen Aufnahme versehen und in der Lage, 60 mm Panzerstahl zu durchschlagen. Ausgelöst wird das Kampfmittel durch einen Magnetzünder. Die MN-123 erfüllt die Anforderungen der CCW-Konvention und ist mit einem Selbstzerstörungsmechanismus versehen.
Der Minenlegevorgang erfolgt vollständig automatisiert, wobei der Bediener des Systems jedoch die Möglichkeit zur manuellen Steuerung hat. Im Automatikmodus berechnet der Bordcomputer während der Fahrt die Fahrzeuggeschwindigkeit, die Werfereinstellungen und passt die Auswurffrequenz der Minen an, um die korrekten Minenfeldparameter zu gewährleisten. Die Parameter und Koordinaten des verlegten Minenfeldes werden durch das System automatisch auf digitalen Karten erfasst.
Waldemar Geiger


















