Polen lässt heimischen Minenwurfpanzer Baobab-G auf Haubitzenfahrgestell entwickeln

Kristóf Nagy

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Die polnischen Streitkräfte haben beim zum polnischen Rüstungskonzern PGZ gehörenden Fahrzeugspezialisten Huta Stalowa Wola (HSW) die Entwicklung und Lieferung von Minenwurfpanzern auf Kettenfahrgestellen bestellt. Dies gaben sowohl der Hersteller als auch die polnische Rüstungs- und Beschaffungsagentur am 30. Dezember 2025 in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach hat der Auftrag einen Wert von 1 Mrd. Złoty, was umgerechnet einer Summe in Höhe von 240 Millionen Euro entspricht. 

Die Bestellung beinhaltet nicht nur die Lieferung einer nicht angegebenen Anzahl der Minenwurfsysteme, sondern auch die Entwicklungsleistung für die Konstruktion eines gepanzerten Kettenfahrzeugs als Trägerplattform. Als Grundlage für das neue Fahrzeug mit der Bezeichnung Baobab-G dient die Wanne, das Fahrwerk und der Antrieb der AHS Krab Panzerhaubitze, welche ebenfalls von HSW gefertigt wird. Die vom Hersteller verbreiteten Grafiken zu dem Fahrzeug zeigen neben sechs Wurfkanistern auch eine ferngesteuerte Waffenanlage mit einem vermutlich schweren WKM-B Maschinengewehr im Kaliber .50 als Sekundärbewaffnung. Die Besatzung wird vermutlich aus einem Fahrer und einem Kommandanten bestehen, der auch die ferngesteuerte Waffenanlage bedienen wird.

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Als Minenwurfsystem kommen die gleichen Minenwurfanlagen mit Minenmagazinen zum Einsatz wie auch bei dem Baobab-K System, welches auf einem 8×8 Jelcz-Lkw beweglich gemacht ist. Die polnischen Streitkräfte sollen im nächsten Jahr die ersten Exemplare dieses Waffensystems erhalten. Die Wurfanlage ermöglicht dem Hersteller zufolge das Legen von Minenfeldern unterschiedlicher Größe, Minendichte und Selbstzerstörungszeit. Der Minenlegevorgang sei HSW zufolge vollautomatisiert. Sowohl die Ausrichtung als auch das Ausfahren der Minenwerfer erfolge automatisiert, was einen schnellen Wechsel zwischen Transport- und Auslege-Stellung ermöglicht. 

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In insgesamt sechs Werfern können 600 Minen des Typs MN-123 mitgeführt werden. Die Werfer und auch die Minen werden von dem ebenfalls zum PGZ-Konzern gehörenden Unternehmen Belma gefertigt. Die jeweils 100 Minen aufnehmenden Werfermagazine können die einzelnen Minen auf einer Entfernung von 30 m bis 90 m und eine Länge von 1.800 m auslegen. Die MN-123 Panzermine hat eine Masse von 3,5 kg bei einem Durchmesser von 180 mm. Laut Hersteller ist die Mine mit einer Sicherung gegen Aufnahme versehen und in der Lage 60 mm Panzerstahl zu durchschlagen. Ausgelöst wird das Kampfmittel durch einen Magnetzünder. Die MN-123 erfüllt die Anforderungen der CCW-Konvention und ist mit einem Selbstzerstörungsmechanismus versehen. 

Im Automatikmodus berechnet der Bordcomputer während der Fahrt die Fahrzeuggeschwindigkeit, die Werfereinstellungen und passt die Auswurffrequenz der Minen an, um die korrekten Minenfeldparameter zu gewährleisten. Manuelle Bedienung ist bei Bedarf ebenfalls möglich. Zusätzlich werden alle Daten, wie etwa die Koordinaten des Minenfeldes auf digitalen Karten erfasst und dem Bediener auf einem Bildschirm ausgegeben. Das System ist eingebunden das als TOPAZ bezeichnete integrierte Führungssystem der polnischen WB-Group, welches bereits bei der polnischen Artillerie sowohl für Rohrwaffen als auch Raketenartillerie und Loitering Munition eingeführt ist. TOPAZ ermöglicht das Erstellen von digitalen Karten und das Einpflegen und Verwalten der gelegten Minenfelder bzw. das Teilen dieser Information mit anderen Einheiten.

Die polnischen Streitkräfte suchen eigenen Angaben nach schon seit längerem nach einem Minenwurfsystem und favorisierten bereits ursprünglich die Realisierung als Kettenfahrzeug. So wurde ab 2001 das ISM Kroton System auf einem SPG Kalina Fahrgestell entwickelt, jedoch nur in geringer Stückzahl eingeführt. Das System konnte die Erwartungen der Streitkräfte jedoch nicht erfüllen, was den Anstoß für das Baobab-K-Programm gab.

Kristóf Nagy