Nach dem erfolgreichen Testschießen mit dem Boden-Luft-Flugkörper Iris-T SLM im Oktober vergangenen Jahres in Nordnorwegen sollen die Fregatten der Klasse 125 mit jeweils 32 Flugkörpern dieses Typs ausgestattet werden, um eine Fähigkeit zur Luftverteidigung im Nahbereich zu erhalten. Da bei dem Test 2025 lediglich eine Version des Land-Startgerätes für die Verwendung auf dem Oberdeck der Schiffe leicht modifiziert wurde, ist die Entwicklung von speziellen, für den Einsatz auf See geeigneten Launchern erforderlich.
Wie hartpunkt aus gut informierten Kreisen erfahren hat, soll der Iris-T-Hersteller Diehl Defence in Kürze mit einer Anpassentwicklung der Launcher für die Verwendung auf den Fregatten beauftragt werden. Wie es heißt, soll eine entsprechende 25-Millionen-Euro-Vorlage für den Haushaltsausschuss in Vorbereitung sein. Beobachter gehen davon aus, dass die Kosten dafür bei rund 40 Millionen Euro liegen könnten. Damit soll dem Vernehmen nach ein echter Prototyp entwickelt werden, der einen deutlich höheren technischen Reifegrad aufweist als der im vergangenen Jahr eingesetzte Demonstrator.
Überdies gehen Beobachter davon aus, dass die Iris-T SLM in das gegenwärtig auf den F125 eingesetzte Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES), das von Atlas Elektronik stammt, integriert werden soll. Zukünftig werden die Fregatten laut bisherigen Planungen das neue Standard-FüWES CMS 330 erhalten, was ebenfalls eine Integration erforderlich machen dürfte.
Nach Angaben von Diehl ist geplant, die Fregatten pro Einheit mit zwei neuen Startgeräten zu bestücken, die jeweils 16 Flugkörper aufnehmen können. Wie Harald Buschek, Chief Program Officer bei Diehl Defence, im Juni auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin im Gespräch mit hartpunkt erläuterte, werden die Startkanister der Flugkörper fest in senkrechter Position im Launcher installiert. Dieser werde Abweiserplatten am Boden aufweisen, damit der heiße Raketenstrahl das Deck nicht beschädige.
Nach Aussage von Buschek soll bereits 2027 ein Prototyp des neuen Starters fertiggestellt werden. Womöglich könne auch der erste Testschuss noch im kommenden Jahr erfolgen, so der Manager damals. Beobachter rechnen damit, dass das Schießen auf hoher See bereits Anfang kommenden Jahres erfolgen könnte. Entsprechende Zeitfenster für einen Test auf Kreta sollen bereits gebucht sein. Ein solches Schießen würde dann wohl auch als „Proof of Concept“ für die neue Fähigkeit dienen. Danach könnte die Beschaffung der Serie starten.
Lars Hoffmann

















