Nachdem bereits Ende 2024 eine Vorserie des vom finnischen Rüstungskonzern Patria neuentwickelten 120mm-Mörsersystems mit der Bezeichnung M3 – das M3 steht für Modular Mobile Mortar – beschafft wurde, haben die finnischen Streitkräfte heute über einhundert weitere M3-Systeme bestellt. Das System wird von Patria unter dem Namen TREMOS vermarktet. Die gemeinsam mit den finnischen Streitkräften entwickelten Vorseriensysteme werden seit Anfang 2026 im finnischen Heer eingesetzt.
Wie das finnische Verteidigungsministerium heute auf seiner Webseite schreibt, wurde Patria jetzt mit einer Lieferung von über einhundert schweren M3-Mörsersystemen im Wert von 49,9 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer beauftragt. Zudem wurde eine Option vereinbart, die die Beschaffung von mehreren hundert weiteren Systemen erlaubt. Den Angaben des finnischen Rüstungskonzerns Patria zufolge werden die ersten Systeme noch in diesem Jahr ausgeliefert. Der Abschluss der Auslieferung soll im Jahr 2028 erfolgen.
„Das neue Mörsersystem wird eine bedeutende Leistungssteigerung für die Feuerunterstützung der Infanterie darstellen. Die inländische Beschaffung gewährleistet die Versorgungssicherheit bei Ersatzteilen für das System. Das System ist zudem äußerst kosteneffizient, wozu die Verwendung bestehender und bewährter Komponenten sowie die Nutzung des zuvor abgeschlossenen Rahmenvertrags für Trägheitsnavigationsgeräte maßgeblich beigetragen haben“, wird der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen in der Mitteilung des Ministeriums zitiert.
Das neue modulare Waffensystem wird auf ein Trägerfahrzeug montiert, von dem aus Feuerkommandos direkt ausgeführt werden können, was die Mobilität der Mörser erhöht. Das System nutzt das bereits in die Truppe eingeführte Rohr und Feuerleitsystem, die in das M3-Modul mit Magazin, Rückstoßmechanismus und Trägheitsnavigationssystem integriert wurden. Das M3-System ermöglicht den Einsatz aus praktisch allen Standardfahrzeugen, die mit einer Aufnahme für Containersysteme ausgestattet sind. Im Falle einer Beschädigung des Fahrzeuges kann das Mörser-Modul auf ein anderes Fahrzeug umgeladen werden, um den Einsatz fortsetzen zu können.
De facto handelt es sich bei dem M3 bzw. TREMOS um ein auf einer Plattform mobil gemachtes Mörsersystem. Das Richten und das Laden des Systems erfolgt manuell. Patria gibt an, dass TREMOS 60 Sekunden nach dem Beziehen der Feuerstellung feuerbereit ist. Der seitliche Richtbereich von TREMOS wird mit plus/minus 185 Grad, der Höhenrichtbereich mit plus 40 bis 80 Grad angegeben.
TREMOS verfügt Patria zufolge über ein Integrationsmodul mit Verbindungsschnittstellen, wodurch das System schnell und einfach integriert und von einem Fahrzeug auf ein anderes übertragen werden kann. Das Integrationsmodul ermöglicht die Integration des Systems in verschiedene geeignete Fahrzeugtypen wie 4×4, 6×6, 8×8 und leichte Kettenfahrzeuge.
Waldemar Geiger















