Nach Polen, Norwegen und Estland beabsichtigt nun auch Kroatien, das Raketenartilleriesystem K239 Chunmoo des südkoreanischen Rüstungskonzerns Hanwha samt Artillerieraketen mit einer Reichweite von über 300 km zu beschaffen.
Wie aus einem kroatischen Medienbeitrag hervorgeht, der auch auf der offiziellen Webseite des kroatischen Verteidigungsministeriums publiziert wurde, will das Land am Donnerstag einen Vertrag für die Beschaffung der Systeme unterzeichnen. Dem Beitrag zufolge sollen insgesamt 18 Raketenartilleriesysteme im Wert von 435 Millionen Euro (ohne MwSt.) gekauft werden. Aus dem Artikel geht jedoch nicht hervor, ob die Vereinbarung nur die Waffensysteme betrifft oder auch ein Munitionspaket miteinschließt.
Kroatien beabsichtigt, das südkoreanische Raketenartilleriesystem genauso wie Polen und Estland parallel zum US-Raketenartilleriesystem HIMARS zu betreiben. Das südosteuropäische Land hat bereits 2024 acht HIMARS bestellt, die ebenfalls ab 2028 den kroatischen Streitkräften zulaufen sollen.
Grund für die parallele Nutzung der Waffensysteme liegt dem Beitrag zufolge in den Lieferzeiten sowie in einem Beschluss des US-Kongresses, der den Export von Artillerieraketen mit einer Reichweite von über 300 Kilometern untersagt. Das südkoreanische System ist hingegen schneller lieferfähig und zudem nicht mit entsprechenden Exportrestriktionen belegt.
Das Raketenartilleriesystem K239 Chunmoo ist seit 2014 im Dienst der südkoreanischen Streitkräfte und wird federführend vom Hanwha-Konzern produziert. Das Waffensystem kann eine breite Palette unterschiedlicher Artillerieraketen mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern aufnehmen. Neben der Raketen-Produktionslinie in Südkorea wird aktuell auch eine Produktionslinie in Polen aufgebaut. Polen hat insgesamt 300 Chunmoo-Raketenartilleriesysteme mit tausenden von Raketen bestellt und einen Vertrag mit Hanwha über die lokale Raketenproduktion geschlossen. Einer Mitteilung des norwegischen Verteidigungsministeriums vom Januar 2026 zufolge plant Hanwha, alle europäischen Kunden von dort aus mit Raketen zu beliefern.
Waldemar Geiger

















