MBDA Deutschland arbeitet an neuem Effektor mit dem Namen ALE

Lars Hoffmann

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Der Schrobenhausener Flugkörperspezialist MBDA Deutschland entwickelt gegenwärtig einen leichtgewichtigen Effektor, der trotz seines Namens ALE (Air Launched Effect) auch von einem Schiff gestartet werden kann. Wie MBDA bei der ersten Präsentation von ALE vor zwei Wochen auf der ILA in Berlin erläuterte, ist der 8 bis 12 Kilogramm schwere Flugkörper modular aufgebaut und kann für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt werden. In der vorgestellten Version war er mit einem von TDW hergestellten Gefechtskopf des Typs Lion Strike mit bis zu 3,5 kg Gewicht ausgestattet.

Die Besonderheit an ALE ist der Start aus einem Rohr mithilfe eines „Airbags“. Dieser Airbag dehnt sich aus und treibt den Flugkörper nach außen, der dann seine beiden Propeller aufklappt und den Flug selbständig fortsetzt. Der Vorteil bei dieser Startmethode ist, dass keine thermische Signatur auftritt und auch der Launch aus einem Hubschrauber ermöglicht wird. Auf der ILA wurde ein Airbus-Hubschrauber mit einem ALE-Starkanister gezeigt, der mehr als ein Dutzend Zellen aufwies.

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Die Geschwindigkeit des batterieelektrisch angetriebenen Flugkörpers wird mit 250 bis 350 km/h angegeben. Die Reichweite soll bei 20 bis 50 Kilometern liegen. Neben dem Einsatz als Waffe gegen statische und bewegliche Ziele, bei dem unterschiedliche Suchköpfe nutzbar sind, kann ALE laut Hersteller auch mit anderen Nutzlasten ausgerüstet werden, um Rollen als ISR-Scout, Kommunikations-Relay für andere ALE-Flugkörper oder als EW-Täuschkörper zu fungieren.

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Nach Vorstellungen von MBDA soll der 120mm im Durchmesser aufweisende Flugkörper auch von Drohnen, dann frei darunter hängend, oder von Schiffen und Booten gestartet werden. Wie ein MBDA-Vertreter in Berlin erläuterte, handelt es sich bei ALE noch um ein Konzept. Ziel sei es, den Flugkörper aus einem NH90-Hubschrauber zu starten und ihn neben Luft-Boden- auch für Luft-Luft-Einsätze zu verwenden. Der Flugkörper, der über einen Datenlink verfüge, werde ständig weiterentwickelt. Ein Vorteil der panzerbrechenden Waffe sei, dass sie für einen Bruchteil der Kosten eines Spike-Lenkflugkörpers bereitgestellt werden könne.

Lars Hoffmann