Lynx KF41 – Rheinmetall sieht Marktpotenzial von über 6.000 Panzern

Waldemar Geiger

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat den Schützenpanzer Lynx KF41 im Sommer 2018 erstmals vorgestellt. Mittlerweile sieht das Unternehmen ihn als den neuen „Star“ und rechnet mit einem Marktpotenzial von über 6.000 Fahrzeugen in den nächsten Jahren, wie aus einer Präsentation des Unternehmens im Rahmen des „Capital Markets Day“ hervorgeht.

Im Zuge seines Vortrages am 18. November beschrieb Rheinmetall-CEO Armin Papperger das Fahrzeug als den „neuen Star“. Seiner Aufzählung nach rechnet sich der Konzern derzeit Chancen in acht Märkten für das Fahrzeug aus, von denen bereits zwei erschlossen wurden: Ungarn und Italien. In Summe ist ein Gesamtbedarf von bis zu 6.148 Lynx-Fahrzeugen aufgeführt – wobei allein die USA und Italien zusammen auf fast 5.000 Fahrzeuge kommen.

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Über genaue Zeiträume sowie die Wahrscheinlichkeiten des jeweiligen Markpotenzials gab Papperger keine Auskünfte. Gleichwohl unterliefen ihm offenbar zwei Fehler. So verwechselte er an einer Stelle Indonesien mit Polen. Weiterhin sprach er darüber, dass in Rumänien bereits eine Vertragsunterzeichnung für die Lynx-Beschaffung erfolgt sei. Eine Aussage, die von der Nachrichtenagentur Bloomberg aufgegriffen und im Anschluss durch die rumänische Regierung dementiert wurde.

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prognostizierter Bedarf an Lynx-Fahrzeugen
LandAnzahl
USAbis zu 3.800
Italienbis zu 1.050
Ukrainebis zu 300
Rumänien298
Ungarn209
Griechenland205
Brasilien143
Indonesien143

Lynx KF41

Rheinmetall hatte den Lynx KF41 erstmalig im Juni 2018 im Rahmen der Eurosatory in Paris öffentlich vorgestellt. Bis jetzt haben sich nur Ungarn und Italien dazu entschieden, Schützenpanzer auf dieser Plattform für die eigenen Streitkräfte zu beschaffen.

Angetrieben wird das über 40 Tonnen schwere Fahrzeug von einem 1.140 PS starken 12-Zylinder-Dieselmotor des Typs D9612 von Liebherr und einem Getriebe von Renk. Der Lynx- Schützenpanzer ist mit einem bemannten „Lance 2.0“-Turm, der mit einer MK 30-2/ABM 30-mm-Kanone bewaffnet ist, ausgestattet. Zudem kann der Schützenpanzer mit einem integrierten Werfer für Panzerabwehrlenkflugkörpersysteme des Typs Spike LR2 versehen werden. Mit seinem großen Innenraumvolumen bietet der Lynx Platz für drei Besatzungsmitglieder und eine Infanteriegruppe mit einer Absitzstärke von bis zu neun Soldaten. Auch die äußeren Dimensionen des Fahrzeuges sind laut einer Veröffentlichung der ungarischen Streitkräfte mit einer Höhe von 3,73 m, einer Länge von 8,49 m und einer Breite von 3,8 m beachtlich.

Das ungarische Verteidigungsministerium hatte Rheinmetall im September 2020 mit der Lieferung von Lynx-Schützenpanzern und dazugehörigen Leistungen im Wert von über zwei Milliarden Euro beauftragt. Die zukünftigen Fahrzeuge werden neben den bestehenden Lynx-Schützenpanzer- und Führungspanzer-Varianten weitere Varianten umfassen: Neben diesen beiden Varianten wollen die Ungarn auch eine Aufklärungsvariante, ein Mörserfahrzeug, ein Zielaufklärungsfahrzeug, eine Medevac-Variante und schließlich ein Fahrerschulfahrzeug auf Basis der Lynx-KF41-Variante einführen. Ungarn arbeitet zudem an der Entwicklung einer neuen Variante des Lynx, die mit dem Skyranger-30-Turm von Rheinmetall bewaffnet ist, der 2023 im Rahmen eines Entwicklungsvertrags beauftragt wurde.

Lynx KF41 Marktaussichten
Bild: Rheinmetall

Anfang November 2025 folgte dann Italien mit einer Bestellung eines ersten Loses von 21 Schützenpanzern Lynx über Leonardo Rheinmetall Military Vehicles, einem 50:50-Joint-Venture von Leonardo und Rheinmetall. Die Auslieferung erster Fahrzeuge soll Ende 2025 beginnen. Die italienischen Streitkräfte planen nach derzeitigen Informationen fünf unterschiedliche Varianten des Lynx, die 16 verschiedene Rollen erfüllen sollen, zu beschaffen. Folgende Varianten wurden genannt: mit 120mm-Kanone als leichter Kampfpanzer, mit 30mm-Kanone (mit unbemanntem HITFIST-30-Turm), als Mörser-Träger (Nemo), Flugabwehrpanzer (Skyranger) sowie ohne Turm. Leonardo soll nicht nur den unbemannten Hitfist-Turm mit der elektrisch angetriebenen X-Gun im Kaliber 30 × 173 mm beisteuern, sondern auch das C4I-System, den elektrooptischen Sensor und Radar sowie die Funktechnik liefern.

Waldemar Geiger