Das Münchener Landsystemhaus KNDS Deutschland präsentiert sich im Rahmen der aktuell in Düsseldorf stattfindenden Robotikmesse Xponential Europe als Systemhaus für unbemannte Bodensysteme (UGV) und stellt eine breite Palette an unterschiedlichen Mehrzweck-UGV-Plattformen sowie einen UGV-Führungsboxer vor.
Gezeigt wurde ein möglicher Verbund von bemannt-unbemannten Fähigkeiten auf verschiedenen Plattformen. Neben der Mehrzweck-Kettenplattform THeMIS, die bis zu 1,2 Tonnen Nutzlast tragen kann und an dessen Hersteller Milrem Robotics KNDS Deutschland bereits 2021 Anteile erworben hat, wurden zwei weitere UGV ausgestellt. Die größere Kategorie bildet der ULTRO, ein von KNDS Frankreich entwickeltes Rad-UGV, das mit 600 kg Eigengewicht bis zu 800 kg Nutzlast aufnehmen kann. KNDS bietet für das Fahrzeug unterschiedliche Missionsmodule für Aufklärungs-, Logistik-, Pionier- und Kampfeinsätze an.
Der rund 4 kg schwere NERVA-LG komplettiert die UGV-Familie. Das System wurde vom niederländischen Hersteller BSS Holland B.V. entwickelt, KNDS Deutschland besitzt jedoch die Vertriebsrechte für den deutschen Mark. Der NERVA-LG kann für eine breite Palette an unterschiedlichen Einsatzprofilen – bspw. klassische Aufklärung, Störung, Räumung/Entschärfung sowie Aufklärung von Schadstoffen – konfiguriert werden. Mittels eines Umrüstsatzes kann die Plattform zudem von Rad auf Kette wechseln.
Als Führungselement für den bemannt-unbemannten Systemverbund dient das Boxer-Drohnenführungsmodul mit der Bezeichnung Boxer UxV CS, das KNDS Deutschland erst vor wenigen Wochen auf der Enforce Tac 2026 erstmals öffentlich vorgestellt hat, hartpunkt berichtete. Mittels der fünf im Modul integrierten Bedienerstationen können verschiedene unbemannte Systeme gleichzeitig geführt und so selbst komplexe Missionen, die den Einsatz unterschiedlicher unbemannter Systeme und Fähigkeiten erfordern, koordiniert bewältigt werden.
Neben den Bedienerstationen kann das Missionsmodul mit unterschiedlichen Mastsystemen ausgestattet werden, die eine Antennenhöhe von vier beziehungsweise sechs Metern ermöglichen und so die Kommunikationsreichweite vergrößern. Auch die Abstützung auf Satellitenkommunikation ist möglich. Abhängig vom gewählten Kommunikationsmittel erlaubt ein solches Missionsmodul die Führung von Drohneneinsätzen während der Fahrt. Physikalisch bedingt, können sich dann jedoch das Gelände sowie weitere Faktoren negativ auf die Stabilität der Verbindung und Kommunikationsreichweite auswirken.
Waldemar Geiger
















