Im Rahmen der kanadischen Verteidigungsinitiative „Our North, Strong and Free” will die kanadische Regierung der Royal Canadian Navy die Ausrüstung zur Verfügung stellen, um die Sicherheit Kanadas zu gewährleisten und die längst Küstenlinie der Welt zu schützen. Dazu sollen die kanadischen Streitkräfte neue U-Boote erhalten, die in der Arktis einsetzbar sind und über eine erweiterte Reichweite und See-Ausdauer verfügten sowie Stealth und Durchsetzungsfähigkeit als Schlüsselkompetenzen bieten.
Wie die kanadische Regierung in einer Mitteilung schreibt, wurden der deutsche Schiffbauer TKMS und das koreanische Unternehmen Hanwha Ocean Co. als mögliche Lieferanten für das Canadian Patrol Submarine Project (CPSP) identifiziert.
Diese Entscheidung basiere auf einer gründlichen Bewertung der Anforderungen Kanadas an das CPSP, einschließlich der Bau- und Lieferfristen für die neue U-Boot-Flotte, heißt es in der Mitteilung. Kanada habe sich auch mit anderen Regierungen und Streitkräften ausgetauscht, um Erfahrungen zu sammeln und Einblicke in ihre jeweiligen U-Boot-Beschaffungs-, Infrastruktur- und Instandhaltungsprogramme zu gewinnen.
Angesichts der sich ständig verändernden globalen Lage bietet das CPSP laut Mitteilung die Möglichkeit, die Verteidigungspartnerschaften Kanadas zu diversifizieren und mit Verbündeten und Partnern zusammenzuarbeiten, während gleichzeitig langfristige Chancen für die kanadische Marine- und Verteidigungsindustrie geschaffen werden.
Die Identifizierung qualifizierter Lieferanten sei ein wichtiger Meilenstein für das CPSP und ein positives Signal, dass die kanadische Regierung die notwendigen Schritte unternehme, um die Royal Canadian Navy mit der benötigten Ausrüstung zu versorgen. Wie es heißt, soll die Auslieferung des ersten kanadischen Patrouillen-U-Boots spätestens 2035 beginnen.
Als Teil der nächsten Schritte werde Kanada intensive Gespräche mit den beiden qualifizierten Lieferanten führen, um den Beschaffungsprozess weiter voranzutreiben.
Die kanadische Regierung sei weiterhin bestrebt, die kanadische Industrie einzubeziehen und durch das CPSP hochbezahlte Arbeitsplätze im Inland zu schaffen. Daher beabsichtigt Kanada, die Arbeiten an den U-Booten zu nutzen, um während der gesamten Lebensdauer der Flotte wirtschaftliche Vorteile für die kanadische Marine- und Verteidigungsindustrie zu erzielen.
„Die Diversifizierung unserer Handelspartnerschaften ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Kanada den globalen Veränderungen gerecht wird. Das kanadische Patrouillen-U-Boot-Projekt in Zusammenarbeit mit TKMS und Hanwha als den beiden qualifizierten Lieferanten ist eine Gelegenheit, mit Verbündeten zusammenzuarbeiten und unsere Verteidigungsindustrie zu stärken. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Royal Canadian Navy mit den Fähigkeiten der nächsten Generation auszustatten, die unsere Marine benötigt, um unsere Souveränität zu schützen und unsere Verbündeten zu unterstützen“, Joël Lightbound, Minister of Government Transformation, Public Works and Procurement, in der
Die derzeitige kanadische U-Boot-Flotte der Victoria-Klasse soll bis Mitte bis Ende der 2030er Jahre einsatzfähig bleiben. Um einen reibungslosen Übergang zwischen den Klassen ohne Leistungslücke zu gewährleisten, muss das erste neue U-Boot der Royal Canadian Navy bis Mitte der 2030er Jahre ausgeliefert werden.
Ziel des CPSP ist es, bis zu 12 U-Boote für die Royal Canadian Navy zu erwerben. Public Services and Procurement Canada veröffentlichte dazu eine Informationsanfrage (RFI) für das CPSP, die von September 2024 bis Februar 2025 offen war. Im Rahmen des RFI wurde die Industrie um Beiträge zu Themen wie Fähigkeiten, Instandhaltung, Ausbildung und Infrastruktur für die neue U-Boot-Flotte gebeten sowie dazu, wie Partnerschaften mit der kanadischen Industrie genutzt werden könnten, um während des gesamten Lebenszyklus der Flotte wirtschaftliche Vorteile für Kanada zu erzielen. Die 25 eingegangenen Antworten auf die RFI lieferten der kanadischen Regierung laut Mitteilung wertvolle Erkenntnisse über den besten Ansatz, um das CPSP mit der erforderlichen Dringlichkeit umzusetzen.
Aus der Verlautbarung der kanadischen Regierung geht nicht hervor, wie der Beschaffungsprozess konkret weiterlaufen soll. Offiziell gab es bislang keine Ausschreibung. Auch wird nicht klar, ob Kanada die Zahl der Lieferanten reduziert, oder ob Boote von beiden Unternehmen beschafft werden sollen.
Passenderweise werden der kanadische Premierminister Mark Carney und Verteidigungsminister David J. McGuinty am heutigen Nachmittag zusammen mit dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius zu einem Besuch bei TKMS in Kiel erwartet.
Deutschland und TKMS bieten den Kanadiern für ihr Vorhaben U-Boote der Klasse 212 CD an, die gemeinsam mit Norwegen beschafft werden. Für die kanadischen Anforderungen sollen die Boote dem Vernehmen nach leicht modifiziert werden, um besser in der Arktis operieren zu können. Das Angebot wird stark von den Verteidigungsministerien in Oslo und Berlin unterstützt.
Bei seinem Besuch in Kanada im Mai vergangenen Jahres hatte Pistorius seinem damaligen kanadischen Amtskollegen Bill Blair den Vorschlag einer „trilateralen strategischen maritimen Partnerschaft“, an der sich auch Norwegen beteiligen würde, unterbreitet. Eine solche maritime Partnerschafft sollte sich laut Pistorius auf die Sicherung der See-Kommunikationslinien im nördlichen Atlantik und in der Arktis fokussieren.
Lars Hoffmann

















