Hoch geländegängig und geschützt – mehrere nordische Nationen bereiten die Beschaffung des Patria TRACKX vor

Lars Hoffmann

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Nachdem Finnland und Schweden bereits Mitte Juni eine Umsetzungsvereinbarung zur Vorbereitung der Beschaffung von geschützten Kettenfahrzeugen des Typs „Patria TRACKX“ unterzeichnet hatten, haben die drei nordischen Länder Finnland, Norwegen und Lettland am 7. Juli auf dem Verteidigungsindustrieforum des NATO-Gipfels in Ankara nun eine Absichtserklärung zum Informationsaustausch über die Weiterentwicklung des Patria TRACKX sowie über die Ergebnisse von Feldversuchen unterschrieben. Die drei Länder werden einer Mitteilung des finnischen Verteidigungsministeriums zufolge gemeinsame Beschaffungen durchführen und bei der Produktentwicklung des Fahrzeugs zusammenarbeiten.

Patria TRACKX ist ein geländegängiges Kettenfahrzeug der neuen Generation des finnischen Rüstungskonzerns Patria, das für anspruchsvolle und arktische Bedingungen konzipiert ist, in denen hohe Mobilität und Leistungsfähigkeit unerlässlich sind. Es wurde im Rahmen des gemeinsamen europäischen Programms „Future Highly Mobile Augmented Armoured Systems“ (FAMOUS) entwickelt. Patria plant, TRACKX im Zeitraum 2027 bis 2028 in Serie zu produzieren. Auch Schweden ist im Rahmen separater Vereinbarungen mit Finnland an der Vorserienbeschaffungsphase und der Produktentwicklung beteiligt.

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„Multinationale Zusammenarbeit ist der beste Weg, um die Fähigkeiten aufzubauen, die wir zur Sicherung der Sicherheit und der Verteidigungsfähigkeit Europas benötigen. Die finnische Verteidigungsverwaltung und -industrie hatten großen Erfolg mit dem CAVS-Programm, und ich freue mich über das Vertrauen, das unserer Expertise bei der Entwicklung dieses neuen, für anspruchsvolle Bedingungen konzipierten Geländewagens entgegengebracht wird“, sagte Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen laut Mitteilung.

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Unter finnischer Führung werde derzeit ein multinationales Gemeinschaftsprogramm rund um den Patria TRACKX vorbereitet, ähnlich dem Common Armoured Vehicle System (CAVS)-Programm, schreibt das finnische Verteidigungsministerium. Das Programm wäre auch Teil der Initiative „Eastern Flank Watch“ (EWF), die darauf abzielt, die Sicherheit der östlichsten EU-Mitgliedstaaten zu gewährleisten.

Ziel der Zusammenarbeit sei die Schaffung einer gemeinsamen Beschaffungsvereinbarung zwischen den teilnehmenden Nationen, die ab 2027 nationale Serienbeschaffungen ermögliche, schreibt Patria. Die Vereinbarung zwischen Finnland und Schweden zur Vorbereitung der Vorserie bleibe ein wichtiger Parallelprozess, der die technologische Zusammenarbeit und die Bereitschaft von TRACKX für zukünftige Beschaffungen unterstütze.

Das Fahrzeug wurde in den letzten Jahren laut Hersteller umfangreichen Tests auf Schnee, schlammigem Untergrund, in Wäldern und auf Straßennetzen unterzogen. Zu den wichtigsten Merkmalen zählen außergewöhnlich breite Gummiketten, ein niedriger, zentral gelegener Schwerpunkt sowie eine unabhängige, einstellbare hydropneumatische Federung für jedes Laufrad und ein nahezu flacher Boden ohne Torsionsstäbe. Das Geländefahrzeug soll auf dem Markt als moderne, erschwingliche Alternative zu aktuellen leichten Kettenfahrzeugen angeboten werden und zielt auf die Gewichtsklasse von 13 bis 18 Tonnen ab.

Das TRACKX-Fahrzeug bietet einen Kampfraum für bis zu 10 Soldaten mit explosionsdämpfenden Sitzen. Mit einem Leergewicht von 12 Tonnen und einer Nutzlast von 3,5 Tonnen dient das Fahrzeug als gepanzerter Mannschaftstransporter, der mit einem 12,7-mm-Maschinengewehr bewaffnet werden kann und sich für verschiedene Einsatzumgebungen eignet. Es soll veraltete M113- und MTLB-Kettenfahrzeuge ersetzen. Der deutsche Renk-Konzern hat für den TRACKX ein neues Getriebe mit der Bezeichnung HSWL 076 entwickelt.

Lars Hoffmann