Der US-Drohnenhersteller AeroVironment ist eigenen Angaben zufolge mit der Lieferung von Aufklärungsdrohnen der Typen Puma AE (All Environment) und Puma LE (Long Endurance)b im Wert von 30,9 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 27 Millionen Euro) an die Bundeswehr beauftragt worden, was bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll. Wie hartpunkt Mitte April berichtete, sind die Systeme für das Kommando Spezialkräfte der Marine vorgesehen, die dort als Aufklärungssystem „LARUS“ (Luftgestützte Aufklärung mit Unbemannten Systemen) genutzt werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte Haushaltsmittel für die Beschaffung von 14 LARUS-Systemen freigegeben.
Wie AeroVironment in einer heute veröffentlichten Mitteilung schreibt, erfolgte die LARUS-Bestellung über die NATO-Beschaffungsagentur NSPA (NATO Support and Procurement Agency). Das Unternehmen gibt an, dass es im Rahmen des NSPA-Auftrags eine umfassende Palette an fortschrittlichen Nutzlasten, Bodensteuerungstechnologien, Kommunikationssystemen und Autonomie-Kits liefern wird, um den deutschen Bedarf an kleinen taktischen UAS für das LARUS-Programm zu decken. Der Auftrag umfasst zudem Bedienerschulungen der neuen Ausrüstung sowie spezielle Schulungen zu den Nutzlasten.
„Durch die Beschaffung des vollständigen Spektrums der Puma-Fähigkeiten auf einen Schlag – von fortschrittlichen Sensoren und Signalaufklärungs-Nutzlasten bis hin zu Senkrechtstart- und -landesystemen sowie Autonomie-Kits – steigt die Bundeswehr praktisch direkt auf eine hochintegrierte, einsatzvielseitige und dimensionsübergreifende Aufklärungslösung um, die auf einer bewährten Plattform basiert“, erklärt Wahid Nawabi, Chairman, Präsident und Chief Executive Officer von AeroVironment, in der Mitteilung.
Das im Rahmen dieses Auftrags gelieferte Portfolio umfasst dem Hersteller zufolge nahezu alle wichtigen Verbesserungen, die bisher für die Puma-Drohnenfamilie entwickelt wurden, darunter:
- Hochauflösende, laserbasierte elektrooptische/Infrarot-Nutzlasten – HD59-LD-Kits für den Puma LE, die eine echte Laserzielmarkierung für Präzisionsangriffe ermöglichen.
- Signalaufklärungs-Nutzlasten (SIGINT) – sowohl für die Puma-3- AE- als auch für die Puma-LE-Konfigurationen, zur Unterstützung fortschrittlicher Signalerfassungs- und Aufklärungsmissionen.
- Kits für senkrechten Start und Landung (VTOL) – Puma VTOL-Systeme, die einen flexiblen Einsatz in beengten Umgebungen ermöglichen.
- Bodenkontrollstationen der nächsten Generation – Tomahawk Kinesis-fähige Bodenkontrollstationskonfigurationen (GCS), einschließlich Steuerungen und ultraleichter/taktischer GCS-Varianten zur Unterstützung mobiler, fußgestützter und fahrzeuggestützter Einsätze.
- Kommunikationsrelais für mobile Ad-hoc-Netzwerke (MANET) – „Puma 3 AE- und Puma LE“-MANET-Relais-Kits zur Bereitstellung einer erweiterten, robusten und ausfallsicheren Kommunikation, einschließlich Verbindungen außerhalb der Sichtlinie.
- Autonomy Retrofit Kits (ARK) – Ermöglichen die Installation fortschrittlicher autonomer Funktionen und der neuesten Autonomie-Software von AV auf der entsprechenden Puma-Hardware.
- Umfassendes Support-Paket – Reparatur-Kits für den Feldeinsatz, Bungee-Startvorrichtungen, intelligente Akku-Baugruppen, Montage- und Nachrüstsätze sowie formelle Schulungen zur Gewährleistung der vollständigen Einsatzbereitschaft und Nachhaltigkeit.
„Dies ist das erste Mal, dass ein Kunde im Wesentlichen den gesamten Puma-Funktionsumfang in einem einzigen Programm nutzt, was ein starkes Signal an unsere globale Nutzergemeinschaft sendet“, erklärt Trace Stevenson, Präsident des Bereichs Autonomous Systems bei AeroVironment. „Es ist eine eindrucksvolle Bestätigung dafür, dass unsere kontinuierlichen Investitionen in Sensoren, Autonomie, Kommunikation und Bodensteuerung den Puma von einem veralteten taktischen UAS in einen modernen, vernetzten Aufklärungsknoten verwandelt haben, der sich nahtlos in gemeinsame und verbündete Operationen einbinden lässt.“
Waldemar Geiger


















