Das Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) darf 14 weitere luftgestützte Aufklärungssysteme „LARUS“ (Luftgestützte Aufklärung mit Unbemannten Systemen) beschaffen. Gut unterrichteten Kreisen zufolge, haben sowohl der Verteidigungsausschuss als auch der Haushaltsausschuss des Bundestages die entsprechende 25-Mio-Vorlage in ihren heutigen Sitzungen gebilligt. Dem Vernehmen nach sollen die Systeme noch dieses Jahr an das KSM ausgeliefert werden.
Bei LARUS handelt es sich um Aufklärungsdrohnen des Typs RQ-20 PUMA 3 AE (das AE steht für All Environment) des amerikanischen Herstellers AeroVironment. Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hat bereits Ende April 2018 einen Liefervertrag über drei LARUS-Systeme mit der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH – heute Teil von Hensoldt – geschlossen. Ein System besteht unter anderem aus einer Bedienstation sowie zwei auf den Einsatz in maritimer Umgebung ausgelegten Aufklärungsdrohnen, die im Wechsel in die Luft gebracht werden können. Wie auf der Webseite von Hensoldt nachzulesen ist, unterstützt das als LARUS bekannte System Einsatzboote (RHIB) bei maritimen Missionen. Das System, welches über eine Optronik mit TV- und Thermalbildern bei Tag und Nacht verfügt, kann dazu per Hand gestartet werden und auf dem Wasser landen. Dort kann die Drohne unmittelbar nach der Bergung für den nächsten Einsatz vorbereitet werden.
Das System zur luftgestützten optischen und optronischen Aufklärung im taktischen Nahbereich wurde damals als Sofortinitiative für den Einsatz für das Kommando Spezialkräfte der Marine beschafft. Gut unterrichteten Kreisen zufolge erfolgt die nun geplante Beschaffung jedoch nicht mehr über Hensoldt, sondern über einen Rahmenvertrag, den die NATO-Beschaffungsagentur NSPA mit dem Hersteller geschlossen hat. Ob auch LARUS-Systeme aus diesem Vertrag über mehrere Drohnen verfügen, oder andere Leistungen bzw. Ersatzteilpakete Bestandteil der Vereinbarung sind, ist öffentlich nicht bekannt.
Unklar ist zudem, über welchen Rüstungsstand die nun beschafften PUMA-Aufklärungsdrohnen verfügen werden. Die 2018er-Bestellung beinhaltete rund sieben Kilogramm schwere Drohnen mit einer Spannweite von 2,8 Metern, deren damalige Kommunikationsreichweite vom Hersteller mit 20 Kilometern bzw. 60 Kilometern mit Reichweitenverstärker und die Stehzeit in der Luft mit etwa drei Stunden angegeben wurde. Seitdem hat AeroVironment die Aufklärungsdrohne jedoch mehrmals weiterentwickelt.
Waldemar Geiger

















