Die TDW Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme mbH, eine Tochter der MBDA Deutschland, hat im Rahmen eines Testversuchs die Wirkung des Gefechtskopfsystems die neue Loitering Munition des Typs Gambit von STARK nachgewiesen. Dies geht aus einer heutigen Pressemitteilung von TDW hervor.
Wie die TDW schreibt, umfasst das entwickelte Wirksystem sowohl den qualifizierten und in der NATO eingeführten Multi-Effekt-Gefechtskopf als auch die zugehörige Zünd- und Sicherungseinrichtung. Diese wurde bereits in einem beschleunigten Verfahren in das Gambit-System integriert. „In der Sprengung am Standort in Schrobenhausen wurde nachgewiesen, dass der tragbare Quadcopter „Gambit“ leicht gepanzerte Ziele erfolgreich bekämpfen kann“, heißt es in der Mitteilung.
Obwohl in der Mitteilung nicht explizit erwähnt, deutet das mit der Pressemitteilung verschickte Bildmaterial darauf hin, dass es sich bei dem angesprochenen Multi-Effekt-Gefechtskopf um den Gefechtskopf des von MBDA Deutschland entwickelten Kleinflugkörpers „Enforcer“ handelt. Das Waffensystem ist unter anderem bei den Spezialkräften der Bundeswehr als „Leichtes Wirkmittel 1800+“ eingeführt. Das Zielspektrum der Waffe umfasst leicht gepanzerte Fahrzeuge und Ziele hinter Deckungen – auch in urbanen Einsätzen, was mit dem angegebenen Zielspektrum der Gambit-Loitering-Munition korrespondiert.
„Der Wirknachweis zeigt, dass wir in der Lage sind in kurzer Zeit anspruchsvolle, technologische Herausforderungen zu lösen. Wir sind nun bereit, ein weiteres leistungsfähiges und sicheres Gefechtskopfsystem für Loitering Munition Systeme zu liefern“, wird Andreas Seitz, Geschäftsführer von TDW, in der heutigen Mitteilung zitiert. „Für unbemannte Systeme dieser Klasse gäbe es Wege mit geringerem Nachweisaufwand. Diesen Weg gehen wir nicht. Anwendersicherheit ist für uns keine Frage der Systemgröße. Genau darin liegt unser Know-how: Gefechtskopf, Zünder und die sicherheitstechnische Gesamtbetrachtung kommen aus einer Hand“, so Seitz weiter.

Bei der Gambit handelt es sich STARK zufolge um ein leichtes, tragbares System für Aufklärung (ISR) und Wirkung auf der vordersten taktischen Ebene bei Tag und Nacht. Die Gambit ist zudem für Einsätze im eingeschränkten elektromagnetischen Spektrum ausgelegt. Das faltbare Quadrocopter-System wird vom Hersteller in der Rolle Aufklärungsdrohne oder Wirkmittel angeboten. Die Einsatzbereitschaft kann in wenigen Minuten hergestellt werden.
Gambit ist als Aufklärungsdrohne oder Wirkmittel verfügbar und bietet Operateuren den Angaben zufolge eine hohe Flexibilität im Einsatz. Das Gesamtgewicht des Systems wird mit 6 kg angegeben.
Technische Daten der Gambit Aufklärungsdrohne (ISR) Wirkmittel (STRIKE) Reichweite: bis zu 40 km bis zu 25 km Einsatzdauer: bis zu 50 min bis zu 25 min Sensoren/Nutzlast: EO/IR Sensor bis zu 2 kg Max. Startgewicht: 4,5 kg 6 kg Reise- bzw. Angriffsgeschwindigkeit: 60 km/h 60 bzw. 120 km/h
„Gambit gewährleistet maximale Einsatzfähigkeit bei minimalem logistischem Aufwand,“ ergänzt Johannes Schaback, CTO von STARK. „Dank des faltbaren Designs lässt sich ein System oder mehrere Systeme von einem abgesessenen Soldaten leicht transportieren, innerhalb kürzester Zeit einsetzen und flexibel an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassen. Über eine modulare Erweiterung ist ein Umschalten der Steuerung per Glasfaserkabel auch unter Gefechtsbedingungen möglich.“
Die Zusammenarbeit zwischen TDW und STARK profitiert nach eigenen Angaben von der Expertise der TDW im Bereich moderner Wirksysteme und dem Know-how von STARK im Bereich unbemannter Systeme und KI-gestützter Missionsführung. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist ein vollständig in Europa entwickeltes System mit Gefechtskopf aus deutscher Produktion.
Waldemar Geiger

















