Das deutsche Start-up STARK, dessen Loitering Munition System „One Way Effector – Vertical“ (OWE-V) dem Vernehmen nach jüngst von der Bundeswehr als eines von zwei Systemen zu Testzwecken gekauft wurde, hat heute die Errichtung einer neuen Fertigungsstätte im britischen Swindon angekündigt.
Einer Pressemitteilung des Unternehmens zufolge handelt es sich dabei um die erste Loitering-Munition-Fertigungsstätte die STARK außerhalb Deutschlands aufbauen wird. Die Größe der neuen Fabrik wird mit rund 3.700 m² angegeben, in der voraussichtlich mehr als 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen sollen.
„Großbritannien und Deutschland sind weltweit führend bei neuen Technologien, die das Gefechtsfeld der Zukunft prägen werden. Wir brauchen eine schnelle und skalierbare Produktion, um unsere Bevölkerung zu schützen, unsere Souveränität zu verteidigen und Aggressionen abzuwehren. Das bedeutet widerstandsfähige Lieferketten, die sich über ganz Europa erstrecken“, wird Mike Armstrong, Managing Director von STARK UK, in der Mitteilung zitiert.
Laut eigenen Angaben wurde STARK im Jahr 2024 als Reaktion auf den dringenden Bedarf an neuen Verteidigungstechnologien, der durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöst wurde, gegründet. Die Systeme des Unternehmens sind KI-fähig, softwaredefiniert und für eine kostengünstige Massenproduktion ausgelegt. Bereits zehn Monate nach der Gründung wurde mit dem „Virtus“, auch bekannt als „One Way Effector – Vertical“ (OWE-V), zusammen mit der dazugehörigen Kommando- und Kontrollsoftware „Minerva“ ein erstes Loitering-Munition-System vorgestellt. Laut der Mitteilung werden alle Produkte dank der Präsenz von STARK in der Ukraine unter direkter Rückmeldung von militärischen Betreibern und Anwendern entwickelt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Technologie hinsichtlich Leistung, Robustheit und den Realitäten moderner Konflikte optimiert ist.
STARK Virtus / OWE-V
Bei der OWE-V handelt es sich um ein 2 m hohes Wirkmittel mit X-förmigen Flügeln mit einer Flügelspannweite von 1,8 m. An den Flügelspitzen befindet sich jeweils ein elektrisch angetriebener Propellerantrieb. Zudem verfügt die Strike-Drohne über ein Heckleitwerk mit vier kurzen, ebenfalls X-förmig angeordneten Flügeln. Das bis zu 30 kg schwere System (max. Abfluggewicht) kann nach Angaben von STARK mit einer modularen, bis zu 5 kg schweren Nutzlast bestückt werden und weist eine Flugzeit von 60 Minuten auf. Die Einsatzreichweite wird mit 80 bis 100 km angegeben.
Die Reisegeschwindigkeit gibt STARK mit 120 km/h an, im Ziel-End-Anflug soll der OWE-V im Zuge eines Sturzfluges eine Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h erreichen. Die Operationshöhe wird mit 2 km angegeben. Die Vorbereitungszeit für den Einsatz der Strike-Drohne beträgt dem Unternehmen zufolge weniger als 10 Minuten.
Mehrere KI-gestützte Funktionen – GNSS-freie-Navigation, Objekterkennung, Tracking und eine automatische Ziel-End-Anflug-Verfolgung – sowie ein gehärteter Datenlink sollen den Einsatz selbst unter widrigsten Bedingungen des elektronischen Kampfes sicherstellen. STARK gibt an mit der OWE-V selbst in GNSS-gestörter Umgebung bis auf 1 m genau wirken zu können.
Waldemar Geiger

















