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Nahbereichsluftabwehr wird Ende August Niederländern unterstellt

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Bereits Ende August soll die deutsche Flugabwehrraketengruppe 61  aus dem schleswig-holsteinischen Panker dem niederländischen Defence Ground Based Air Defence Command in Vredepeel unterstellt werden. Wie die Luftwaffe auf  ihrer Homepage weiter schreibt, erfolgt die Unterstellung – bei der die deutschen Soldaten weiterhin an ihrem Heimatstandort Dienst leisten – im Rahmen des bi-nationalen Luftverteidigungsprojektes Apollo. Der Inspekteur der Luftwaffe, Karl Müllner, hatte die Neugliederung bereits im vergangenen Jahr angekündigt.

Im Projekt Apollo wird die deutsch-niederländische Zusammenarbeit in der bodengebundenen Luftverteidigung zusammengefasst. Geplant seien dabei auch eine bi-nationale Air & Missile Defence Academy und Absprachen bei Rüstungsprojekten, schreibt die Luftwaffe.   In Zukunft solle das bi-nationale Projekt  für weitere Kooperationspartner geöffnet werden. Deutschland und die Niederlande wollen allerdings die beiden führenden Nationen von Apollo bleiben.

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Das Vorhaben Apollo ist in sechs Teilbereiche untergliedert, denen Farben zugeordnet sind. Die Erarbeitung gemeinsamer Doktrinen, Konzepte und Vorschriften bündelt sich demnach im Teilprojekt Black Apollo. Eine Standard Operation Procedure sei bereits erstellt worden  und werde bis Ende 2017 durch Übungen auf ihre Eignung geprüft.

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Red Apollo sieht laut Luftwaffe die Aufstellung einer bi-nationalen Air & Missile Defence Academy (BAMDA) vor. Die Ausbildung werde an den vorhandenen Einrichtungen in Deutschland, den Niederlanden und den USA erfolgen. Neue Lehrgänge sollen über die Zeit konzipiert werden.

Blue Apollo fokussiert sich auf die bi-nationale Abstimmung einer möglichen Beschaffung von Rüstungsgütern. Nach Angaben der Luftwaffe  bedarf des engen Austauschs bei  Rüstungsprojekten in der bodengebundenen Luftverteidigung. In der Nahbereichsluftabwehr klafft bei der Bundeswehr eine riesige Lücke, die durch das Rüstungsvorhaben Nah- und Nächstbereichsschutz behoben werden soll. Experten rechnen bereits im kommenden Jahr mit wichtigen Weichenstellungen in diesem Zusammenhang.

Yellow Apollo befasst sich laut Homepage der Luftwaffe mit der Aufstellung einer bi-nationalen Air & Missile Defence Task Force. Deren Erstbefähigung zur gemeinsamen Operationsführung sei 2016 auf Kreta erfolgt. Als großes Ziel von Yellow Apollo stehe die volle Einsatzbefähigung einer Air & Missile Defence Task Force, die auch der NATO angeboten werden könne.

Die Unterstellungen des deutschen FlaRak-Verbandes unter niederländisches Kommando erfolgt im Rahmen von Green Apollo. Damit sollen zwei Ziele verfolgt werden:  Die Bildung einer Task Force der bodengebundenen Luftverteidigungskräfte im Nah- und Nächstbereich und eines bi-nationalen Kompetenzzentrums zur Weiterentwicklung dieser Fähigkeiten in Vredepeel.

Purple Apollo schließlich  steht für die Realisierung einer bi-nationalen Führungsfähigkeit. Das beinhalte die technische Vernetzung in den Bereichen Kommunikation und Datenaustausch. So sollen beispielsweise niederländische Waffensystemeinheiten an den deutschen Gefechtsstand angebunden werden, um Daten und Sprache austauschen zu können.
lah/12/16.8.2017